Inhaltsbereich überspringen

Erstes Schleusentor im Kaiserhafen III aufgerichtet

27.10.2009

Neues Scheusentor von der Pier aus gesehen
Als Herbstsymphonie in der Produktion von bremenports, unter der Regie der „Arge Kaiserschleuse", hätte man das Wasserballett des knapp 2.300 Tonnen Riesen bezeichnen können. Große Unterhaltung also, unzählige Schaulustige sammelten sich an den frei zugänglichen Stellen des Hafenbeckens. Doch die Inszenierung hatte durchaus ihre Längen. Gute 16 Stunden und der eigentliche Akt fand dann erst in der Dunkelheit statt. Das Schleusentor wird nun mit allen Hydraulik und Elektronikbauteilen ausgerüstet, bevor es dann im nächsten Jahr an der neuen Kaiserschleuse angebaut werden kann. Das 2. Tor kommt in 3-4 Wochen und das 3. im Bunde Anfang 2010.

Unbändige Kraft und hohe Ingenieurskunst spielen am Sonnabend im Kaiserhafen III, des Überseehafen die Hauptrolle. Der 600 Tonnen Last tragenden Schwimmkran „Enak" hält seinen riesigen Arm, wie zum Schutz über das stählerne Ungetüm, dass dort liegt. An der Kaje des Automobilterminals C liegt eines der größten Schleusentore Europas und heute soll es lernen aufrecht zu stehen. Dipl. Ing. Stefan Jann, der Projektleiter für Stahl- Wasser und Maschinenbau bei bremenports, hat die Bauüberwachung seitens des Auftraggebers und beäugt jeden Handgriff. Jann begleitet jeden Prozess aller drei Tore mit Argusaugen und gibt acht, dass den Herzstücken der neuen Schleuse nichts geschieht. Grade erst war er in Danzig, wo die Tore gefertigt werden. Am 2. November geht es wieder dahin, noch schnell nach dem rechten schauen, bevor dass 2. Tor auf die Reise geht. Ungefähr fünf Tage dauert der Treck von Polen, durch den Nord- Ostseekanal und dann die Weser hinauf. Das erste Tor brauchte etwas länger mit einem zweitägigen Zwischenstopp in Brunsbüttel, um auf besseres Wetter zu warten.


Wie eine riesige graue Wand türmt sich die zukünftige Fahrbahn zur Pierseite hinauf. Emsiges Treiben im direkten Arbeitsbereich, überall wird geflext, geschweißt, gesägt. Menschen in leuchtend bunten Sicherheitsanzügen reden auf Deutsch, Polnisch und Englisch miteinander. Die letzten Feinarbeiten, bevor der Ponton abgesenkt werden kann. 14 Knallorange Wasserballons mit einer Gesamtlast von 160 Tonnen hängen in Reihe an der Fläche. An der Solenseite befinden sich weitere mit Luft befüllte Ballons. Beim eigentlichen, kritischen Vorgang werden peu à peu Wasser und Luft daraus abgelassen und das Tor dreht sich langsam in die Aufrechte. Wenn bei diesem Manöver etwas schief geht, kann das Tor schwer beschädigt werden. Eine Vorstellung die so gar nicht in den engen Zeitplan des Schleusenbaus passen würde. 57 Meter lang, 22 Meter hoch und am Haupt rund 11 Meter breit ist der Koloss, der einst die Zufahrt in den Hafen regeln wird. Alle drei Tore zusammen werden rund 40 Mio. Euro kosten, zwei für die Schleusenzufahrten und eins als Ersatz, für den Fall der Fälle.

Gegen 14.00Uhr wird der Schwimmponton ein Stück von der Kaje weggezogen, dann langsam abgesenkt - sehr langsam, zehn Zentimeter pro halbe Stunde. Fünf Stunden wird es dauern, bevor der „Enak" das Tor ins Freie zieht. Es beginnt die lange Zeit des bangen Wartens, bremenports Geschäftsführer, Dr. Stefan Woltering und Leiter der Öffentlichkeitsarbeit, Rüdiger Staats, sind ebenfalls gekommen um dem Schauspiel beizuwohnen. Gegen 20.00Uhr ist es dann soweit, das Tor richtet sich binnen einer Stunde auf und kann an der Kaje geparkt werden. Im November gibt es dann den 2. Akt des Schauspiels - hoffentlich wieder bei so idealen Voraussetzungen, wie dieses Mal, ohne Wind und Regen.

Marco Butzkus


Sie haben Fragen zu dieser Seite?

Marco Butzkus Dann senden Sie einfach eine E-Mail an Marco Butzkus.
marco.butzkus at bit.bremerhaven.de
Icon Ihre Meinung
Ihre Meinung / Bewertung zur Seite Erstes Schleusentor im Kaiserhafen III aufgerichtet abgeben
Bewertung dieser Seite: nicht bewertet

Anzeige

Werbung für ´n Appel und ´n Ei

Originaladresse des Artikels: http://www.bremerhaven.de/meer-erleben/unternehmens-park/hafen/erstes-schleusentor-im-kaiserhafen-iii-aufgerichtet.24163.html
© bremerhaven.de 2009