So a schöner Tag: Musikantenstadl auf Tournee in der Stadthalle Bremerhaven
Erstklassige Unterhaltung, sympathische Künstler, ein großartiger Entertainer und rund 2000 restlos begeisterte Besucher. So könnte man das Gastspiel des Musikantenstadl in der Stadthalle am vergangenen Mittwochabend in einem Satz zusammenfassen. Die Musiker vermittelten Spaß pur und bereitetem dem Publikum einige ausgelassene und schöne Stunden voller Musik und guter Laune. Einige „Fans" scheuten selbst die Anreise aus Konstanz am Bodensee nicht.
Das Bühnenbild ist einem „Stadl" nachempfunden, einer Art Scheune, und gibt der Musikrevue ihren Namen. Die Gäste sitzen erwartungsvoll auf ihren Plätzen, einige schunkeln sich ein und signalisieren mit blinkenden und leuchtenden Fan-Utensilien ihre Bereitschaft, endlich loszulegen, können es kaum erwarten. Kurz vor halb acht erscheint auf den beiden großen Monitorwänden zur Rechten und zur Linken der Bühne ein kurzer Backstage-Film. Andy Borg läuft mit einem Kamerateam zu den Garderoben der Künstler und gibt freundliche kleine Kommentare ab. Dann schallen die ersten Töne der „Stadl-Musik" durch die Halle und der Entertainer sprintet dynamisch die ausladende Paradetreppe vom Balkon auf die Bühne hinab.
„Unglaublich gut drauf" und charmant wie ein Lausbub moderiert der authentisch wirkende Borg durch die Revue. Gibt immer wieder kleine Späße zum Besten und kokettiert anhaltend mit seiner geringen Körpergröße und damit, dass man ihn mit seinem Akzent ja eh nicht verstehen könne. „Alte Hasen" wie das Nockalm Quintett, dem man schnell verzeiht, dass sie in Wirklichkeit sieben sind, stille Stars der Volksmusik wie Angela Wiedl, die zeitnah mit ihrem neuen Album an den Markt kommt, geben sich die Klinke mit neuen, frischen und jungen Künstlern in die Hand. Volksmusik ist generationsübergreifend, auch und gerade auf der Bühne. „Die Jungen Zillertaler", „Die Jungen Original Oberkrainer" und nicht zuletzt „Wolfgang Lindner jr. & Die jungen Stadlmusikanten" machen klar, dass diese Musik auch bei unter Fünfzigjährigen eine Popularität genießt.
Besonderer Augen- und Ohrenfang ist zweifelsohne die bezaubernde Schweizerin Francine Jordi. Mit ihren 32 Jahren steht die diplomierte Opernsängerin bereits mehr als ein Jahrzehnt auf den großen Bühnen und begeistert durch ihren Charme, ihre Stimme und ihren Esprit gleichermaßen. Die Damen und Herren des MDR-Fernsehballetts geben in den atemberaubenden Kostümen und mit ausgefeilten Choreografien immer wieder den passenden Rahmen für die musikalischen Darbietungen.
Showmaster Andy Borg sucht unentwegt die direkte Nähe zum Publikum. Ständig geht er auf Tuchfühlung und steht ganz plötzlich in Mitten der Menge. Mal lässt er eine Dame Live und über die Lautsprecheranlage mit ihrer Schwester in Brasilien telefonieren. Ein anderes Mal fährt er mit einem Rasenmähertrecker zu „Resi i hol di mit mei'm Traktor ab" durch die Publikumsreihen. Der Musikantenstadl ist in der Stadthalle Bremerhaven angekommen. Nach rund 3 Stunden bester Unterhaltung zeigt der Blick in unzählige glückliche Gesichter beim Verlassen der Halle, dass sich der Weg in die Bremerhavener Stadthalle trotz der widrigen Wetterverhältnisse vollends gelohnt hat.
Bildergalerie zum Beitrag

Schlagersänger, Etertainer und Frohnatur: Andy Borg

Herzklopfen im Dirndl: Angela Wiedl

Bester Stimmung: Andy Borg und Akteure

Bezauberte das Publikum: Francine Jordi

Auf Tuchfühlung: Andy Borg und Francine Jordi

Charme pur: Francine Jordi

Ab gehn die "Juzi": Die Jungen Zillertaler

Sierra Madre: Finale mit allen Akteuren des Abends

Sonnenseiten des Berufs: Francine Jordi mit Bremerhaven.de Redakteur Marco Butzkus

Frisurbedingter Größenunterschied: Andy Borg und Bremerhaven.de Redakteur Marco Butzkus