Gastfreundschaft – so lautet das Zauberwort, das Bremerhaven bei den Besatzungen der Großsegler so beliebt gemacht hat. „Viele der Schiffe und ihre Besatzungen sind ja schon seit Wochen, manchmal auch schon seit Monaten unterwegs, wenn sie bei uns eintreffen“, weiß Apel: „ein freundlicher Empfang im Hafen und eine nette Betreuung sind dann das beste Mittel gegen Heimweh.“
Die Liaison – so lautet die offzielle Bezeichnung der Verbindungsleute – sind diejenigen, die sich der Sorgen, Nöte und Wünsche der Besatzungen annehmen. „Wir sind die Ersten, die beim Eintreffen der Schiffe in Bremerhaven an Bord gehen und die Letzten, die sich beim Auslaufen verabschieden.“ Hilfestellungen bei dem notwendigen Formularkram und allen erforderlichen Regularien, Orientierungshilfen beim Landgang, schnelle Hilfe falls ein Arzt erforderlich ist oder einfach nur ein freundlicher Plausch – „wir sind einfach für alles da“, so Apel.
Was genau auf die Liaison zu kommt, „wissen wir immer erst, wenn die Schiffe da sind“, sagt Apel. Nur eines steht bislang fest: „Schlaf werden wir in den fünf Sail-Tagen nur ganz wenig bekommen.“ Schließlich werden sich die Liaison rund um die Uhr um die Besatzungen kümmern; zudem hat jeder nicht nur ein Schiff, sondern zumeist gleich mehrere zu betreuen.
Trotz des immensen Zeit- und Arbeitsaufwandes gibt es beim Liaison-Einsatz ein Phänomen: „Bewerber für diese Arbeit stehen bei uns fast Schlange“, lacht Apel. Die „Lütte Sail“ vor zwei Jahren war noch gar nicht vorbei, da hatte Apel schon das Team für die Sail 2010 zusammen.
Und noch etwas ist erstaunlich: „Fast ein Drittel der Liaison kommt gar nicht aus Bremerhaven, sondern aus dem ganzen Bundesgebiet“, weiß Apel: „Die meisten nehmen sich extra Urlaub, nur um dabei zu sein.“ Auch die militärischen Verbindungsoffiziere, die zum überwiegenden Teil aus der Marineoperationsschule Bremerhaven kommen, erledigen diesen Einsatz außerhalb ihrer üblichen Dienstverpflichtungen.
Ob Zivilist oder Marinesoldat: Auf dem Festgelände werden die Liaison auch für die Besucher gut zu erkennen sein. Dank eines Sponsors (Deproc) sind die zivilen Verbindungsleute alle einheitlich gekleidet mit rotem Polo-Shirt, einer entsprechenden Windjacke und einer roten Umhängetasche, die alle notwendigen Unterlagen, wie beispielsweise das Captain’s Handbook enthält. Die Marine-Liasion, die die Staatsschiffe betreuen, tragen selbst-verständlich Ausgehuniform, zu der passend die Umhängetasche in blau gehalten ist.
Aber selbst ohne diese „Dienstkleidung“ wären die Liaison auf den ersten Blick zu erkennen, ist Apel überzeugt: „Die wichtigste Qualifikation ist die Persönlichkeit.“ Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Kompetenz bei der Lösung aller Herausforderungen kennzeichnen jedes einzelne Mitglied des Teams. Am Ende werden die Gäste der Sail zu Bremerhaven genau das entwickeln, was die eigentliche Bedeutung des Begriffs Liaison ist: eine Liebesbeziehung zu der Stadt.
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