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ZDF-Journalist aus Bremerhaven: Traumjob als Reporter bei Olympia

09.08.2012

Interview am Beckenrand im Londoner Schwimmstadion: ZDF-Reporter Alexander Antoniadis mit der enttäuschten Ex-Olympiasiegerin Britta Steffen. Fotos: ZDF
Er holte sie alle live vor die Kamera, als er im Schwimmstadion von London auf Interviewpartner lauerte. Sieger wie Verlierer. Am Mikrofon von TV-Sportreporter Alexander Antoniadis (44) bejubelte US-Star Michael Phelps seine Medaillenflut, versuchten die deutschen Versager ihre Pleiten zu erklären. Bei den Olympia-Übertragungen war Antoniadis eine Woche lang Stammgast am Beckenrand. In Bremerhaven wurden seine Berichte besonders aufmerksam verfolgt. Denn in seiner Heimatstadt begann vor 25 Jahren seine Karriere als Journalist.

Ein Berufsweg, der ihn vom Volontariat bei der „Nordsee-Zeitung“ (NZ) zum ZDF führte. Und als Reporter und Moderator zu Olympischen Spielen, zu Fußball-Welt- und Europameisterschaften, zu den Weltturnieren im Schwimmen und Alpinen Skisport. Damit, so der Ex-Bremerhavener am Telefon während seiner zweiten Londoner Olympia-Woche, hat er seinen „absoluten Traumjob“ gefunden: „Es ist doch eine wunderbare Sache, beruflich bei Großereignissen im Sport dabei sein zu können, für die man auch privat viel geben würde.“

Für ihn ist die Teilnahme als Journalist an den Olympischen Spielen 2012 oder an der Fußball-EM daher „bei allem Stress auch ein gewisses Privileg“. Bei der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine hatte der leidenschaftliche Hobby-Fußballer sogar das Glück, Spanien als Berichterstatter von Anfang an auf dem Weg zum Titel begleiten zu können.

Dass er dereinst für ein Millionenpublikum beim Fernsehen arbeiten würde, mochte sich Antoniadis vor einem Vierteljahrhundert nicht einmal in seinen kühnsten Träumen ausmalen. Sein Berufswunsch Journalist stand allerdings schon als Schüler fest: Noch vor dem Abitur, das er 1987 am Schulzentrum Carl von Ossietzky baute, schrieb er als freier Mitarbeiter für den Bremerhavener Lokalteil und den damaligen „Stadtanzeiger“ der NZ. Und lernte das journalistische Handwerk von der Pike auf – mit den ganz alltäglichen Lokalberichten über Kaninchenzüchter, Vereinsjubiläen, Seniorentagesstätten. Nach dem Abitur volontierte er zwei Jahre bei der NZ, dann ging er an die Universität Dortmund und studierte Journalistik und Politik.

1992 erhielt er die große Chance, beim ZDF einzusteigen und den jüngsten Zuschauern die Welt zu erklären – als Moderator, Autor, Reporter und Schlussredakteur der Kindernachrichtensendung „logo“. Antoniadis: „Da haben wir kindgerecht mit Erklärstücken schwierige Themen dargestellt, etwa die Bundestagswahl 1994 oder das Schicksal eines äthiopischen Flüchtlingskindes.“

Nach sieben Jahren als „logo“-Macher wechselte der junge Fernsehjournalist zum ZDF-Sport, bei dem er seither vom „Aktuellen Sportstudio“ bis zur „Sport-Reportage“ vor und hinter der Kamera aktiv ist. Als Spezialist für Fußball, Ski alpin und Schwimmen interviewt er die Sportler sofort nach Wettkampfende, was die Sache für die Sportler nicht immer leicht macht. „Sicherlich ist es nach einer Niederlage gerade für einen Schwimmer eine schwierige Situation“, sagt der Reporter, „wenn er tropfnass und atemlos aus dem Becken steigt und gleich darauf erklären soll, warum er verloren hat.“

Michael Phelps war da besser dran. Antoniadis gelang es zu seiner großen Freude, den amerikanischen Superstar und Rekord-Medaillengewinner („Der gibt sonst nur dem US-Sender NBC Interviews“) im Schwimmstadion vor die Kamera zu holen. Der ZDF-Journalist: „Ein absoluter Medienprofi, der genau weiß, was die Zuschauer wollen: Emotionen pur.“ Doch auch die enttäuschte Ex-Olympiasiegerin Britta Steffen gab im Interview ihre Zurückhaltung auf. Auf die Frage nach den Gründen ihres Scheiterns in London ließ sie sich von Antoniadis die ehrliche Antwort entlocken: „Na ja, ich denke mal, dass ich nicht jünger werde. Ich bin fast 29, vielleicht ist meine Zeit einfach vorbei.“

Für den TV-Reporter, nach Ende der Schwimmwettbewerbe Chef vom Dienst in der Olympiaredaktion, sind die zweieinhalb Wochen in London bereits die sechsten Olympischen Sommer- und Winterspiele seit 2000. „Hier ist es einfach toll, die Stimmung in einem so sportverrückten Land wie Großbritannien ist super“, beschreibt er seine Eindrücke. „Natürlich gibt es Staus in London, aber kein Chaos. Für eine solche Großveranstaltung geht es eigentlich recht reibungslos zu.“

Nach dem Großeinsatz bei Olympia steht für den ZDF-Mann die neue Fußballsaison an, in der er wieder als Berichterstatter und als Reporter am Spielfeldrand unterwegs ist. „Da ich aus Bremerhaven komme“, lacht Antoniadis, „bin ich natürlich Werder-Bremen-Anhänger, das kann man nicht abschütteln.“ Und er ist auch mehr denn je Fan seiner Heimatstadt: „Bremerhaven hat sich durch die Havenwelten wirklich toll entwickelt.“

Von seinem Wohnort Wiesbaden aus fährt er „immer wieder gern nach Hause“, wo seine Eltern und viele Freunde und ehemalige Kollegen leben. Der nächste Besuch ist nicht erst zu Weihnachten fällig, sondern schon wenige Tage nach der Rückkehr von den Olympischen Spielen: Sein Vater, der als Kinderarzt im Stadtteil Lehe praktizierte, feiert seinen 70. Geburtstag.    Wilfried Moritz

 

Korrespondenten in aller Welt: Bremerhavener machen Medien-Karriere

ZDF-Sportreporter Alexander Antoniadis ist nicht der einzige Bremerhavener, der den Sprung in die bundesweiten Medien geschafft hat. Prominente Journalisten kommen aus der Seestadt und machten Karriere als Korrespondenten:

  • Seit Februar 1998 berichtet Michaela Wiegel als Pariser Korrespondentin für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ). Wie Alexander Antoniadis fing sie schon während ihrer Schulzeit als freie Mitarbeiterin bei der „Nordsee-Zeitung“ an. Nach dem Abitur 1987 am damaligen Schulzentrum Bürgermeister Smidt folgte ein Volontariat bei der NZ. Für ihr Politik- und Geschichtsstudium zog es sie nach Paris und an die Harvard University in den USA. Im Oktober 1995 wurde sie Mitglied der FAZ-Redaktion, für die sie seit 14 Jahren im Pariser Büro die Politik der französischen Präsidenten analysiert und über Land und Leute schreibt.

  • Aus Bremerhaven stammt auch Björn Blaschke, Nahost-Korrespondent des ARD-Hörfunks, Jahrgang 1967. Während seines Studiums in Bonn arbeitete er als freier Autor, Reporter und Moderator für Hörfunksender, vor allem den WDR. Dort wurde er 1997 Redakteur. Von 2002 bis 2008 berichtete er für die ARD aus Amman (Jordanien). Vor einem Jahr ging er erneut in den Nahen Osten, diesmal nach Kairo.

  • Seit zwei Jahren ist Martin Polansky Korrespondent im ARD-Hörfunkstudio Mexiko und zuständig für Mittelamerika und die Karibik. Der gebürtige Bremer, ebenfalls Jahrgang 1967, wuchs in Bremerhaven auf und studierte Politik und Volkswirtschaft in Berlin, Stockholm und Berkeley (USA). Nach einem Volontariat beim NDR wechselte er zum damaligen SFB, dem heutigen Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), wo er vor seiner Korrespondententätigkeit beim Inforadio und der regionalen „Abendschau“ arbeitete.

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