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Seestadt Bremerhaven
     
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Wohnen mit Deichblick und Boot am Steg: Traumjob Hafenmeister

06.08.2012

Rüdiger Magowsky schaut an den Stegen der Im-Jaich-Marina nach dem Rechten.
Von der Spree an die See: Als Rüdiger Magowsky vor gut sechs Jahren nach Bremerhaven kam, hatte er reichlich Berliner Luft geschnuppert. 20 Jahre lang hat er in der Bundeshauptstadt gelebt, bevor ihn ein attraktives Jobangebot an die Weser lockte: Hafenmeister in der Lloyd-Marina im Neuen Hafen. Seitdem genießt der 53jährige jeden Tag aufs Neue die frische Nordseeluft und kümmert sich mit Elan und Einsatz um Segler und Segelboote.

Eine kleine Umstellung war es schon, als Rüdiger Magowsky in die Seestadt kam: Tausche 3,5-Millionen-Metropole gegen 115.000-Seelen-Großstadt. Bremerhaven kannte er noch aus den 1980er Jahren und verband es mit einem gewissen „spröden“ Charme. Der gelernte Industriekaufmann war als Außendienstmitarbeiter an allen möglichen Orten der Republik unterwegs und wollte nach mehr als „zwei Jahrzehnten auf der Straße“ gerne etwas Anderes machen. „Ich hatte die Wasserferienwelt von Im-Jaich auf Rügen kennengelernt und dort eine Initiativbewerbung hingesendet. Leider waren schon alle Stellen besetzt“, beschreibt er die Situation damals. „Zwei Jahre später bekam ich dann plötzlich einen Anruf von Hans Jaich: Ob ich nicht vielleicht Lust hätte, etwas in Bremerhaven zu machen“.

Ohne lange zu überlegen fährt Magowsky an die Weser, um sich das Projekt anzuschauen. „Damals stand noch nichts von den Havenwelten, aber man konnte den Wandel in der Stadt förmlich riechen. Da wollte ich unbedingt dabei sein“, sagt der bekennende Bremerhavenfan begeistert. Am Steg der Marina liegt heute für ihn ein kleines Boot bereit, mit dem er im Hafen umherfahren kann und 500 Meter von der Marina entfernt, hat er eine Wohnung gefunden – mit Blick über den Deich auf die Weser. „Ich bin angekommen“, sagt Rüdiger Magowsky mit einem Lächeln im Gesicht.

Als er 2006 den Job annimmt, steht noch nicht einmal das Bordinghouse. Sein Büro ist in einem Container untergebracht und die Vergabe des 18. Liegeplatzes an der Marina löste wahre Jubelstürme aus, wie er lachend berichtet. Seit dem entwickelt sich der beliebte Sportboothafen von Jahr zu Jahr prächtig weiter - kontinuierlich. Es gibt inzwischen rund 200 Liegeplätze und  Anfang Oktober wird der neueste Marina-Baustein, ein Hotel mit 48 Zimmern, fertiggestellt sein.

Das die Im-Jaich-Marina, die auch Lloyd-Marina heißt, so erfolgreich ist, hat eine ganze Reihe von Gründe. Die Skipper selber erfahren über Hafenhandbücher –  eine Art Segelbootreiseführer – und Werbeanzeigen von der modernen Anlage in der Seestadt. Natürlich sprechen die Sportbootfahrer auch untereinander und geben sich gegenseitig Tipps. Bremerhaven steht dort hoch im Kurs, weiß Rüdiger Magowsky. Neben den Attraktionen der Havenwelten, die fast immer zu Mehrtagesaufenthalten führen, sind es vor allem die komfortable Anlage und der gute Service, mit dem die Marina bei ihren Gästen punktet. Es gibt sogar kostenloses W-LAN als kabellosen Internetzugang an den Liegeplätzen.

Eine ganz besondere Rolle nimmt auch die neue Sportbootschleuse ein. Das Schleusenteam ist überregional bekannt und bei allen sehr beliebt. „Das sind größtenteils pensionierte Kapitäne, die das aus ihrer Liebe zum Wasser und den Schiffen machen. Man merkt ihnen den Spaß an der Arbeit förmlich an“, erzählt Magowsky. „Einige Skipper haben sogar mal ein Plakat an einem Geländer vor der Schleuse befestigt, um ihren Dank für den Service und das Willkommen in Bremerhaven zum Ausdruck zu bringen“.

Auch, wenn Segel- und Motorbootfahrer in der Szene als zwei grundverschiedene Wassersport-Typen gelten – in der Lloyd-Marina ist das Miteinander vorbildlich. Generell gibt es immer eine gewisse Fraktionsbildung zwischen den beiden Sparten. In Bremerhaven ist das anders. „Man liegt hier Rumpf an Rumpf und hilft sich gegenseitig“, sagt der Hafenmeister mit deutlicher Begeisterung in der Stimme. Im Schnitt bleiben die Gäste drei bis vier Tage hier. Es gibt viele Stammgäste aus dem Weser- und Elberevier. Es kommen aber auch viele Holländer, Engländer, Schweizer und Skandinavier, um der Stadt einen Besuch abzustatten. Auch die aktuelle Saison läuft gemessen an den Wetterverhältnissen und dem späten Einsetzen der Sommerferien sehr zufriedenstellend, so Rüdiger Magowsky.

Hin und wieder gibt es auch mal besondere Gäste an der Marina. „Im ersten Jahr habe ich von meinem Bürocontainer aus plötzlich einen Seehund im Hafenbecken gesehen. Völlig panisch habe ich dann bei der Schleuse und dem Zoo am Meer angerufen, um zu erfahren, was zu machen sei“, berichtet Magowsky lachend. Dort habe man ihn dann aber beruhigt und darüber informiert, dass die Seehunde manchmal beim Schleusen mit in den Hafen kommen. Sobald sie keine Fische mehr fangen, verschwinden sie aber wieder. Regelmäßig, so alle 2 Jahre taucht  laut dem Hafenmeister  mal wieder ein Seehund an der Marina auf.

Außer den Seehunden kommen auch ganz andere ungewöhnliche Gäste – so wie kürzlich eine 42 Meter lange Motorjacht - das größte Schiff, das bisher an der Marina angelegt hat. Der Eigner – ein Amerikaner – wollte unbedingt das Deutsche Schiffahrtsmuseum besuchen. Das vielleicht schönste Schiff, das bisher hier gelegen hat, war laut Magowsky die „Langlütjen“,  eine 18-Meter-Segeljacht mit drei Masten. „Das Schiff hieß früher einmal „Marius III“ und gehörte seinerzeit der Bremer Entertainer-Legende Hans-Joachim-Kulenkampff“. Derzeit liegt das Schiff in Holland und steht zum Verkauf, weiß der Hafenmeister zuberichten. Ob es noch mal nach Bremerhaven zurückkehrt, ist also offen. Rüdiger Magowsky würde das Segelboot beim Eintreffen an der Weser dann auf jeden Fall sehen, denn er kann sich gut vorstellen, hier auch seinen Ruhestand zu verbringen. Ihm fehlt hier nichts, sagt der Hafenmeister und lächelt zufrieden. Nicht mal seine alte Heimat Berlin.   Marco Butzkus

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