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Seestadt Bremerhaven
     
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Vier Jahre Musiksommer im Schaufenster Fischereihafen: Interview mit "Kalle" Michen

14.08.2012

Karlheinz "Kalle" Michen bei einer Ankündigung auf der Bühne im Schaufenster FFischereihafen. Fotos: © M. Butzkus
Bereits vier Jahre gibt es die Konzertreihe „Bremerhavener Musiksommer: Echt gut – so gut wie echt“, im Schaufenster Fischereihafen. In den Sommermonaten pilgern jeden Donnerstagabend bis zu 4000 Besucher zu den kostenlosen Open-Air-Konzerten. Marco Butzkus hat sich mit dem Organisator der Konzerte, Karlheinz Michen, unterhalten. Der Geschäftsführer der Schaufenster Fischereihafen Werbe- und Veranstaltungsgesellschaft erzählt vom Aufwand, dem Erfolgserlebnis und der Zukunft der Konzerte am alten Fischbahnhof.

Frage:
Der Musiksommer läuft jetzt bereits im vierten Jahr. Wie viele Zuschauer kommen zu den Konzerten?

Karlheinz Michen:
So zwischen 1200 und 4000 an jedem Donnerstag. Als wir anfingen, waren es knapp 600. In diesem Jahr hatten wir bei „Still Collins“ den Rekord mit deutlich über 4000 Besuchern. Die Band „Kissin‘ Time“ beim Hafenspektakel war in ähnlichen Bereichen.


Frage:
Was ist das Besondere an den Konzerten im Schaufenster?

Karlheinz Michen:
 Die Atmosphäre, die  Musik, der Ort, aber vor allem die Kommunikation. Die Donnerstagskonzerte haben schon fast so etwas wie einen Stammtischcharakter entwickelt. Die Generation 50+ hat hier etwas gefunden, was es aus ihrer Sicht lange nicht mehr gab – einen Treffpunkt. Viele Gesichter sieht man jeden Donnerstag hier. Bei einem schönen Glas Wein oder Bier und guter Musik zusammen „klönen“ – ich denke das ist es! Mit wem auch immer ich spreche: Die Termine sind schon fast Pflicht und die Leute freuen sich die ganze Woche darauf.


Frage:
Wie groß ist der organisatorische Aufwand?

Karlheinz Michen:
Das geht über drei Tage. Mittwoch ist der Aufbau, Donnerstag das Konzert, Freitag Abbau. Insgesamt sind dabei 40 Leute beschäftigt. Im Kern ungefähr 10.


Frage:
Wie kommt die Bandauswahl zustande?

Karlheinz Michen:
Die Bands wähle ich zusammen mit meinem Geschäftspartner Michael Reckers aus. Michael ist Gastronom des "Pumpwerk" in Wilhelmshaven. Dort spielen die Bands bereits immer am Mittwochabend. Durch die gemeinsame Buchung können wir die Kosten reduzieren. Michael hat einen guten „Scout“ in Dortmund, ich in Kiel. Zusammen haben wir da einen sehr guten Überblick, was es an Bands gibt und vor allem was bezahlbar ist. Wir versuchen, alle Musikrichtungen zu berücksichtigen. Aber unsere persönlichen Vorlieben kommen auch schon Mal durch (lacht).


Frage:
Was war der Höhepunkt der Konzertreihe?

Karlheinz Michen:
Die ABBA-Revivalband vor drei Jahren, da sind wir aus allen Nähten geplatzt.


Frage:
Und speziell in diesem Jahr?

Karlheinz Michen:
Ganz klar -Still Collins!


Frage:
Auf welches Highlight dürfen die Besucher sich in diesem Jahr noch freuen?

Karlheinz Michen:
Auf die letzten beiden Bands dieses Sommers. Am 23. 8. CCR Revival Band und am Donnerstag darauf „Suntana“. Bei richtigem Wetter wird dieser unvergleichliche Gitarrensound alle umhauen.


Frage:
Wie sieht es um die Zukunftspläne der Veranstaltung aus?

Karlheinz Michen:
Im nächsten Jahr feiern wir fünfjähriges Jubiläum, Michael in Wilhelmshaven sogar schon Zehntes. Da werden wir uns sicherlich etwas einfallen lassen. Wir wünschen uns schon sehr lange einen 3. Veranstalter in der Region, damit wir weiterhin die Qualität bieten können, denn die Kosten steigen im kommenden Jahr heftig an – Stichwort: GEMA.


Frage:
Gibt es da irgendwelche konkreten Sorgen?

Karlheinz Michen:
Ja sicher! Wir bekommen keinerlei öffentliche Zuschüsse, sondern finanzieren uns komplett über die Standmieten. Am Ende der Veranstaltungssaison muss da immer eine schwarze Null stehen, sonst sind wir erledigt. Durch die Neuordnung der GEMA-Gebühren werden unsere Kosten sehr heftig ansteigen. Da wir keinen Eintritt erheben können, werden wir im nächsten Jahr sehr kämpfen müssen. Die Veranstaltungsreihe „Echt gut – so gut wie echt“ ist inzwischen auch touristisch zu einer interessanten Größe geworden. Wir haben hier im Schnitt jeden Donnerstag 2500 Besucher im Fischereihafen. Die Leute akzeptieren sogar richtig weite Anfahrten – bis zu 100 Kilometer. Wir haben immer wieder Anfragen aus der Region südlich von Bremen, die sich nach Kartenvorverkauf erkundigen. Die Leute sind dann immer ganz aus dem Häuschen, wenn sie erfahren das wir gar keinen Eintritt nehmen. Das könnten wir auch gar nicht, selbst wenn wir wollten. Es wäre aufgrund der Lage der Veranstaltung nicht möglich. Wir hoffen sehr, dass Politik, Stadt und Tourismusförderung die Anziehungskraft der Veranstaltung im Hinterkopf haben, sollten wir perspektivisch doch einmal ein wenig Unterstützung benötigen.



Vielen Dank für das Interview!

Marco Butzkus




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marco.butzkus at bit.bremerhaven.de
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Originaladresse des Artikels: http://www.bremerhaven.de/meer-erleben/stadtleben/vier-jahre-musiksommer-im-schaufenster-fischereihafen-interview-mit-kalle.51938.html
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