Rund 600 Gäste aus Politik, Verwaltung und dem öffentlichen Leben kamen am Mittwochabend n die Stadthalle Bremerhaven, um der Stadt zum Neujahrsempfang die Aufwartung zu machen. Stadtverordnetenvorsteher Artur Beneken, Oberbürgermeister Melf Grantz, Bürgermeister Michael Teiser und Dr. Ulf Eversberg als Koalitions-Vertreter der Grünen begrüßten jeden Einzelnen mit persönlichem Handschlag. Traditionell war der Empfang auch in diesem Jahr wieder eine willkommene Gelegenheit, um sich in lockerer Runde auszutauschen. Für das Rahmenprogramm sorgte in diesem Jahr die Tanzgruppe „Performers“ der Bremerhavener Tanzetage und das Guido Solarek Jazz Trio. Oberbürgermeister Melf Granz blickte in seiner Neujahrsrede auf das Jahr 2012 zurück und gab Ausblicke auf die kommenden Monate.In seiner Rede ging der OB besonders auf die gute Entwicklung ein, die Bremerhaven im vergangenen Jahr gemacht hat. Außerordentlich froh sei er darüber, dass mit dem Offshore-Terminal und dem Hafentunnel nun endlich zwei herausragend wichtige Infrastrukturprojekte beschlossen wurden, die für die Zukunft der Stadt unerlässlich seien.
Dabei hat speziell das Tunnelprojekt fast zwei Jahrzehnte andauernde politische Auseinandersetzungen mit sich gebracht, die einen positiven Abschluss verdient haben. Für ihn sei die Hafenanbindung ein Stück Zukunftssicherung für den Hafen und somit für Arbeitsplätze. Arbeitsplatzschaffung und Sicherung sind für die Stadt nach wie vor elementar, untermauerte der OB. Menschen ohne Arbeitsplatz hätten zu Recht die Erwartung an die Politik, alles dafür zu unternehmen, ihre gesellschaftliche Teilhabe zu organisieren. Nur so könne Bremerhaven eine sozial gerechte Stadt für alle Bürger werden, führte er aus.
Als äußerst positiv bezeichnete er die Entwicklungen in den Havenwelten. Dort entstehen derzeit mehr als 200 Wohneinheiten und lassen den Stadtteil gedeihen. Das Deutsche Auswandererhaus ergänze mit seinem Anbau zum Thema Einwanderung die touristischen Attraktionen in dem Areal hervorragend. Mit dem geplanten Ausbau des Deutschen Schiffahrtsmuseum werde dieser Kurs in Bremerhavens „guter Stube“ auch weiterhin ausgebaut.
Überhaupt laufe es sehr gut in der Seestadt. Mit mehr als sechs Millionen Containern und über zwei Millionen Fahrzeugen hat der Hafenumschlag in Bremerhaven 2012 das beste Jahr seiner gesamten Geschichte hingelegt. Die Wissenschafts-und Forschungsmeile entwickelt sich gut – ebenso wie die Lebensmittel- und Verbrauchsgüterindustrie im Fischereihafen. Einzig die aktuelle Entwicklung an der Bremerhavener Lloyd-Werft sei mehr als nur ein Wermutstropfen. Grantz bedauerte dabei besonders, dass der von ihm eingebrachte Einigungsvorschlag zwischen Werftleitung und Belegschaft nicht zum Tragen gekommen sei. Wichtig sei es aus seiner Sicht jetzt vor allem, dass der Werftenstandort Bremerhaven seinen Stellenwert behalte. Für die Bremerhavenerinnen und Bremerhavenern sei der Schiffbau auch emotional von immenser Bedeutung.
Ganz besonders erfreut zeigte sich der OB allerdings darüber, dass Bremerhaven im letzten Jahr, zum ersten Mal seit Jahrzehnten, keine Einwohnerverluste hinnehmen musste. „2012 war ein weiteres gutes Jahr für Bremerhaven, mit absolut nach vorne gerichteten Perspektiven“, brachte Grantz es schließlich auf den Punkt. Das, was erreicht wurde, könne nur ein Ansporn dafür sein, Bremerhaven als Lebens- und Arbeitsstandort auszubauen und noch attraktiver zu machen.
Viel Neues im neuen JahrIm kommenden Jahr gibt es viele Gründe, worüber sich die Bremerhavenerinnen und Bremerhavener freuen können. Im Fischereihafen beispielsweise wird ein weiteres Hotel eröffnet und damit eine international renommierte Hotelkette in die Stadt geholt. Das neue Seefischkochstudio wird fertig werden und das Forum Fischbahnhof entwickelt sich weiter. Große Hoffnungen setzt der Oberbürgermeister dabei auch auf Bremen. Er hofft, dass dort bald eine Einigung über den Bau einer Überquerung des Fischereihafenbeckens gefunden werden kann. Für die touristische und wirtschaftliche Entwicklung des Areals am Fischbahnhof sei diese Brücke unbedingt erforderlich.
Pünktlich zum Sommer werden mit dann dem Weserstrandbad, dem neuen Deich und dem Willy-Brandt-Platz gleich drei Bauprojekte fertiggestellt, freute sich Grantz. Im Mai wird dies bei einem großen „Deichspektakel“ mit tollem Rahmenprogramm kräftig gefeiert. Kurz darauf - vermutlich Ende Juli - wird aller Wahrscheinlichkeit nach das neue Aquarium im Zoo am Meer eröffnet. Damit, so der OB, erfülle sich ein großer Herzenswunsch für viele Menschen in Bremerhaven. Mit dem Aquariumsbau werde auch das Tourismusareal in den Havenwelten weiter gestärkt.
Große Hoffnung verbindet der OB auch mit der geplanten Ansiedlung der Möbelhaus-Kette Ikea im Bremerhavener Süden. Dies sei für die weitere Entwicklung Bremerhavens immens wichtig „Ich bin sehr optimistisch, dass wir mit den Umweltschutzverbänden zu einvernehmlichen Regelungen kommen“, so Grantz. Die Stadt sei dazu bereit, Naturausgleich in erheblichem Maße zu leisten, unterstrich er seinen Wunsch.
In der südlichen Innenstadt wird sich erneut etwas tun. Dort, im Bereich der Hochschule, wird bald ein Campus für Aufwertung sorgen. Die Hochschule die Bremerhavener entwickele sich nach wie vor prima und der neue Campus soll einen wesentlichen Teil dazu beitragen, dass das auch so bleibt. Grantz formulierte dabei einen klaren Appell in Richtung Bremer Senat, keine Sparschere bei der Hochschule Bremerhaven anzusetzen. Es sei sehr wichtig, der Entwicklung dort Zukunft zu geben.
2013 soll ein gutes Jahr für Bremerhaven werden, so Grantz. Dazu gehöre für ihn die Entwicklung der Stadtteile, genauso wie der wirtschaftliche Erfolg und eine soziale, wie auch gerechte Integration aller Menschen in dieser Stadt. Für ihn sei es als Oberbürgermeister oberste Aufgabe, das Wohl der Bürgerinnen und Bürger Bremerhavens im Auge zu haben. Dies sei ihm das Wichtigste aller Anliegen, unterstrich er in aller Deutlichkeit.
Für das neue Jahr wünschte Melf Grantz sich - mit einem Augenzwinkern - jetzt erst einmal ordentlich Frost. Dann könnten die Menschen dieser Stadt von einem aktuellen Magistratsbeschluss profitieren, der ihrem vielfachen Wunsch geschuldet ist: der Freigabe städtischer Eisflächen für jede Menge „Eisvergnügen“. Der Oberbürgermeister abschließend: „Lassen Sie sich von niemandem aufs Glatteis führen und machen Sie 2013 zu einem guten, erfolgreichen und glücklichen Jahr für sich selber - und für die Stadt Bremerhaven“ ….
Marco Butzkus
Hier die kompletten Neujahrsansprache der Oberbürgermeisters