Grün wird sie nicht, sondern von den Farben her eher an die klassischen Flying P-Liner erinnern. Dennoch wird die neue „Alexander von Humboldt" eine wahre Schönheit werden. Das erste Segelschiff, das nach 1958 in Deutschland gebaut wird, kommt aus dem Bundesland Bremen. Der Rumpf wird in Bremen-Nord bei BVT gelegt, Ausrüstung und Fertigstellung stehen dann ab Frühjahr 2011 in Bremerhaven auf dem Programm.
15 Millionen Euro lässt sich die Deutsche Stiftung Sail Training (DSST) ihr neues Prachtstück kosten. Bis zu 60 „Trainees" und 20 bis 30 Mann Stammbesatzung werden dann ab dem Wintertörn 2011 in die Wanten klettern und Segel setzen. Seit gut fünf Jahren ist klar, dass die DSST ein neues Schiff für die Jugend braucht. Jetzt wurde der Bauvertrag für den Dreimaster „Alexander von Humboldt II" von Vertreter der DSST und der Bauwerft BVT in Bremerhaven unterschrieben.
Damit wird im nächsten Jahr erstmals seit 1958 wieder ein Großsegler in Deutschland vom Stapel laufen. Obwohl die „Alexander von Humboldt" vielen ans Herz gewachsen ist, fiel die Entscheidung für einen Neubau. Der wird nicht mehr grüne Segel haben, mit denen die „Alex" als Flaggschiff der Beck's-Bier-Werbung weltweit berühmt wurde.
Willi Schäfer, Aufsichtsratsvorsitzender der DSST: „Um unseren gemeinnützigen Stiftungszweck zu erfüllen - vornehmlich junge Menschen, aber auch interessierte Erwachsene mit der traditionellen Seemannschaft auf historischen Schiffen vertraut zu machen -, kann die erste „Alex" mit ihrem über 100 Jahre alten Rumpf langfristig nicht mehr eingesetzt werden."
Somit standen die Organe der DSST Ende 2005 vor der Entscheidung, ein altes Schiff von Grund auf zu sanieren oder mit einem Neubau für Jahrzehnte die Zukunft der Stiftung zu gestalten. „Wir haben uns für ein neues, traditionelles Segelschiff entschieden", so Diedrich Rickens, Sprecher des DSST-Vorstands. Mit der zweiten „Alexander von Humboldt" werde die Jugendarbeit auf einem Großsegler ab 2012 fortgesetzt.
Die schwierigste und langwierigste Aufgabe seit der Entscheidung für einen Neubau 2005 war es, die Gesamtkosten von 15 Millionen Euro durch ein tragfähiges Finanzierungskonzept darzustellen. Finanzvorstand Wolfgang Arlt: „Die DSST konnte und kann als gemeinnützige Stiftung auf eine solche Summe nicht zurückgreifen." erläutert. Daher lautete von Anfang an der Leitspruch aller Beteiligten: Zur Sammelbüchse greifen. „Wir mussten über Stifter, Sponsoren, Förderer, Spender und Darlehensgeber diesen Betrag Euro für Euro einsammeln. Die zehn Euro vom Taschengeld eines schulpflichtigen Jugendlichen wissen wir ebenso zu schätzen wie die 100.000 Euro eines Unternehmens."
Das Betriebskonzept des Neubaus bleibt gegenüber dem der „Alex I" unverändert. Eingeteilt in Sommer- und Wintertörns wird rund 340 Tage im Jahr der Stiftungszweck, nämlich traditionelle Seemannschaft zu lehren, erfüllt. Die übrigen Tage werden für notwendige Instandhaltungen in einer Bremerhavener Werft sowie die Ausrüstung des Schiffes genutzt. Eine qualifizierte ehrenamtliche Stammbesatzung wird die Mitsegler, die keinerlei Vorkenntnisse benötigen, anleiten.
Informationen und Grafiken zum Neubauprojekt:
http://www.alex-2.de/Informationen und Fotos zur DSST:
http://www.gruene-segel.de/
Kontakt:
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