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Seestadt Bremerhaven
     
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Ohne Panik und mit lockerer Action: Udos Komplizen rocken den Fischereihafen

10.08.2012

Udos Komplizen: Sänger Matthias Monka vor begeistertem Publikum.
Pünktlich gegen 19 Uhr ertönen die ersten Klänge zum Intro von „Woddy, Woddy Wodka“, dem Song mit dem Udo Lindenberg seine Erfolgstour 2008 eröffnete. Zwar schwebt Matthias Monka nicht in einem Astronautenanzug auf die Bühne, wie seinerzeit der 62-Jährige Panikrocker, dennoch zeigen Udos Komplizen gutes Gespür bei der Auswahl ihrer Lindenberg-Songs.

Gut 2500 Gäste haben sich auf der Fläche zwischen dem Forum Fischbahnhof und der Gastromeile eingefunden, um die Lindenberg-Tributeband „Udos Komplizen“ zu erleben. Überall in den Reihen sieht man einen obligatorischen Hut, der die Nähe zum Altrocker aus Hamburg symbolisiert. Die Stimmung ist prima und bereits beim 2. Lied – und ohne Aufforderung - rücken die Besucher ganz nah an die Bühne heran. Das Wetter meint es gut mit Band und Zuschauern. Einige setzen sich auf die Hafenterrasse und genießen, bei einem Glas Wein und guter Musik, den Blick aufs Wasser.

Schnell wird klar, dass es der 5-köpfigen Band aus dem Bremer Umland nicht um die Kopie einer deutschen Rocklegende geht. Das Arrangement der Lieder lässt viel Raum für eigene Interpretationen zu. Die Stimme des Frontmannes ist in Umfang und Technik ganz sicher der von Udo Lindenberg überlegen. Eine Überlegenheit, die der versierte Sänger Matthias Monka ganz gezielt ausspielt. In puncto Bühnenoutfit ist Monka deutlicher. Lederhose, Sakko, übergroße Sonnenbrille und natürlich der Hut, ohne den Udo ja bekannter weise nicht mal unter die Dusche geht. Mit seiner Glatze unter dem Selbigen zeigt Monka offenbar sogar mehr Mut zum Unvermeidlichen als Altvater Lindenberg selber. Fast wünschte man sich allerdings, er hätte diese Konsequenz bei der deutlichen stimmlichen Differenz zum Original, auch in den Moderationen und Gesten durchgehalten. So wirkten Monkas Versuche auf Udos Spuren zu wandeln zeitweilig etwas aufgesetzt, was der guten Stimmung vor der Bühne jedoch keinen Abbruch tat.

In der Liedauswahl spiegeln sich 40 Jahre Schaffenskraft des Panikrockers wieder. Mit Songs wie „Daumen im Wind“ und „Alles klar auf der Andrea Doria“ werden die Anfänge der Lindenbergischen Karriere genauso bedient, wie „was hat die Zeit mit uns gemacht“ den Bogen zum gegenwärtigen Treiben des Künstlers schließt. Mittendrin natürlich Hit auf Hit: Von „Horizont“ über „Boogie Woogie Mädchen“ und „Straßenfieber“ bis zum finalen „Sonderzug nach Pankow“, bekommt jedes Jahrzehnt eine kräftige Portion Lindenberg ab.

Zu der traurigen Ballade „Mädchen aus Ostberlin“ liegen sich Pärchen verträumt in den Armen. Songs wie „Sie brauchen keinen neuen Führer“ und „Wozu sind Kriege da“ führen zur lauten gesanglichen Solidarisierung des Publikums. Schnell wird wieder klar, dass Lindenberg – wie kein Anderer - ganze Generationen von Menschen mit Protestsongs bedacht hat. Die Stimmung ist so gut, dass selbst ein „feuchter Kuss“ von der Küste, in Form einiger Regentropfen, die Feiernden nicht vertreibt. Beseelt liegt man sich in den Armen und singt sich energisch in die Tage der eigenen Jugend zurück. Als Lederhosen und Männer mit langen Haaren und Ohrringen noch etwas mit einem besonderen Lebensgefühl und Protest zu tun hatten.  Marco Butzkus

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