Direkt zum Seiteninhalt springen Direkt zum Hauptmenü springen Direkt zur Suche springen Direkt zur Hilfeseite springen
Startseite Stadtplan & Routen Gästebuch Webcams Bremen.de
Inhaltsbereich überspringen

Mit Schichtenspeicher und Kälteschleusen: Die neue Eishalle wird zu einem Ort der neuen technischen Finessen

13.08.2010

Stadthallengeschäftsführerin Kerstin Rogge-Mönchmeyer und der Technische Leiter der Stadthalle Holger Allers
Bremerhaven bekommt endlich seine neue Eissportarena, der Weg von der Grundsteinlegung bis zur Einweihungsparty schreitet in einem rasanten Tempo voran. Nachdem die Planung über eine mit Problemen bestückte Piste führte, geht es nun auf eine spurgrade Zieletappe zu. Mit dem Richtfest ist grade ein weiterer Meilenstein gesetzt worden. Die technisch ausgeklügelte Halle, eine der modernsten in Europa, konnte somit erstmals von den Fans besichtigt werden - Ein Heimspiel das sich kein „Pinguin-Fan" nehmen lassen wollte.

Gut Ding braucht Weile, so spricht der Volksmund. Wenn dem so ist, wird die neue Eissporthalle ein verdammt gutes Ding. Das dem so ist, versichert der technische Leiter der Stadthalle Bremerhaven Holger Allers und schwärmt dabei von den Planungen im höchsten Maße. „Mit dem technischen Konzept der neuen Halle wird bei doppelter Größe und Kapazität nicht mehr Energie verbraucht als bisher in der Alten. Wir verschenken hier nichts, selbst der Probelauf des Notstromaggregat wird komplett ins Versorgungsnetz der swb eingespeist", so der angehende Ingenieur. Die Planung war ein Drahtseilakt zwischen günstigen Bau- und günstigen Betriebskosten. „Die heutige Halle ist ein wenig kleiner ausgefallen als in der ursprünglichen Planung vorgesehen, beim Stand der Technik sind wir hier aber ganz vorne", ergänzt der Elektromeister, der seit 2005 für die Gebäude der Stadthalle die Verantwortung trägt.

Die Abwärme, die beim aufrecht erhalten der Eisfläche entsteht, wird gespeichert und anschließend zur Erwärmung der Zuschauerränge, des Brauchwassers und des Unterfrierschutzes verwendet. Die 20 Meter hohe Halle hat ein sehr ausgeklügeltes Klimakonzept, die Wärme kommt beim Besucher und in der hölzernen Dachkonstruktion an, wird jedoch von der Eisfläche fern gehalten. „Dabei wird die Thermodynamik optimal ausgenutzt" sagt der 45 jährige Bremerhavener. Alle Räume und Maße entsprechen den DEL-Vorschriften, darüber hinaus wird auf optimalen Umwelt- und Klimaschutz geachtet. Die Zugänge zwischen Eisfläche, Arbeits- und Zugangsbereich der Halle werden exakt über Schleusen geregelt.

Die gesamte Logistik im Gebäude ist an optimale Nutzung, kurze Wege und notwendige Gegebenheiten angepasst. Plätze für Rollstuhlfahrer befinden sich in direkter Nähe zum Fahrstuhl und den Fluchtwegen. Die Sanitäreinrichtungen werden so ausgestattet, dass sie sowohl mit Schlittschuhen, als auch mit Straßenschuhen benutzt werden können. Auch im Sanitärbereich ist darauf geachtet worden, dass Rollstuhlfahrer sich völlig autark bewegen können, ohne auf Hilfe angewiesen zu sein. Im Betrieb für den öffentlichen Eislauf werden nur die Gebäudeteile, welche benötigt werden, zugänglich sein. Dadurch werden Betriebs- und Reinigungskosten gespart. Die kurzen Wege vom Eingang, über die Umkleide bis hin zum Eis, sind hier sehr maßgeblich, minimaler Aufwand bei maximal benötigter Nutzung.

Alles läuft optimal in der Zeit, der letzte der 16 imposanten Bogenleimer liegt nach knapp vier Wochen in seiner Halterung. 64 Meter lang und knapp 10 Meter hoch ist jeder einzelne der Kawenzmänner. Das Einsetzen hat dennoch etwas von Mikrochirurgie, nur zwei Zentimeter Spiel gibt es in den Führungsschienen. „Sehr beeindruckend wie die Koordination zwischen den Kranfahrern und den Einweisern auf den Punkt passt, keine 30 Minuten dauert der Vorgang", sagt die Geschäftsführerin der Stadthalle Bremerhaven, Kerstin Rogge-Mönchmeyer. „Wir liegen absolut im Plan und ebenfalls in den Kosten. Die Halle wird schlüsselfertig vom Generalunternehmer Köster für den vereinbarten Preis übergeben.

Von der Klasse der neuen Arena konnten sich fast 2.000 Fans beim Richtfest mit Bier und Bratwurst überzeugen. Ein besonderer Renner war  dabei  natürlich die Führung  durch die Eisarena mit dem Spielmannzug Surheide. „Die neue Eissportarena wird Sitzschalen in verschiedenen Blau- und Rottönen erhalten, so wird es auch voll aussehen, wenn ausnahmsweise mal nicht ausverkauft ist", so Rogge-Mönchmeyer mit einem Zwinkern an die Fans. Letztere waren sich einig, dass der Eispalast ein fantastisches Besuchserlebnis garantieren wird. „Allein die Anordnung der Fanblöcke, direkt über den Zugängen für die Gast- und Heimmannschaft, wird tolle Stimmung bei den Spielen sorgen", mutmaßt Allers.

Einer der am Bau Beteiligten fasste die Gefühle der vielen anwesenden Fans äußerst treffend und in einem Satz zusammen: „Heut‘ steh‘ ich hier nach altem Brauch, und freu‘ mich auch". So lautet der Richtspruch des Zimmermanns Frank Leuthoff beim Richtfest. Mit Sicherheit ein Satz der von den meisten Anwesenden, nach annähernd zehn Jahren des Wartens, sehr deutlich unterstrichen wurde. Die neue Eissporthalle wird ein weiterer Baustein, der zur deutlichen Attraktivitätssteigerung der Seestadt beitragen wird. Der neue und spannende Veranstaltungsort wird die zukünftige Lebensqualität in Bremerhaven deutlich anheben, da sind alle Beteiligten völlig d‘accord. Freuen wir uns also auf den 6. März 2011, auf das erste Heimspiel der „Fischtown Pinguins" in der neuen Arena am alten Geestebogen.
Marco Butzkus

Sie haben Fragen zu dieser Seite?

Marco Butzkus Dann senden Sie einfach eine E-Mail an Marco Butzkus
marco.butzkus at bit.bremerhaven.de

Originaladresse des Artikels: http://www.bremerhaven.de/meer-erleben/stadtleben/mit-schichtenspeicher-und-kaelteschleusen-die-neue-eishalle-wird-zu-einem.30505.html
© bremerhaven.de 2009