Mehr Bürgernähe in Lehe: Fahrradeinheit der Ortspolizei im Einsatz
09.08.2012
Seit zwei Wochen gibt es eine neue Fahrradeinheit in Bremerhaven-Lehe. Die Ortspolizeibehörde Bremerhaven (OPB) folgt damit der Initiative zweier Polizeikollegen, die das Fahrrad als Einsatzmittel für den Polizeidienst vorgeschlagen haben. Die insgesamt neun Beamtinnen und Beamten – allesamt Freiwillige, setzten dabei verstärkt auf die besondere Einsatzmöglichkeit des Zweirades. Dafür gibt es auch jetzt schon erste Erfolge zu verzeichnen.
Das Hauptaugenmerk der Fahrradstreife liegt im Stadtteil Lehe. Zu den speziellen Aufgaben der sportlichen Ordnungshüter gehört die Überwachung des Radverkehrs. Aber auch der Streifendienst in den Ortsteilen Goethestraße und Klushof, sowie bei Bedarf im Rotlichtbezirk, gehören dazu. Laut Polizeipressesprecher Wolfgang Harlos lässt das Fahrrad viel mehr direkte Bürgernähe zu.
Auch wenn Bremerhaven keine typische „Radfahrer-Stadt“ ist, gewinnt das Fortbewegungsmittel Fahrrad auch hier laut Polizei mehr und mehr an Beliebtheit. So ist es nicht weiter wunderlich, dass die Initiative eine Fahrradeinheit zu schaffen von den Polizeibeamten selber kam. Wer kann besser beurteilen, welche Vorteile ein Zweirad gegenüber einem Einsatzwagen hat, als diejenigen, die ihren Dienst dort versehen? Polizeikommissarin Stefanie Hense führt auch gleich ein Beispiel an: „In den Kleingartengebieten in Lehe haben wir häufig mit Einbruchdiebstählen zu tun. Dort sind regelmäßige Streifenfahrten mit dem Einsatzwagen nicht möglich. Mit dem Fahrrad hingegen ist man da schnell durch und kann eine entsprechend andere Präsenz zeigen“.
Für den Leiter des Einsatzdienstes Nord, Polizeihauptkommissar Stefan Wiebe, dem die Einheit unterstellt ist, steht die besondere Bürgernähe der Fahrradeinheit im Vordergrund. Die Kontaktaufnahme zwischen Beamten und Bürger funktioniert so viel besser als aus einem Streifenwagen heraus. Das sich dadurch auch ganz interessante Situationen ergeben führt Polizeikommissar Timo Wettklov in einem Beispiel an: „Auf einer Streifenfahrt fiel uns ein Fahrradfahrer auf, der auf dem Bürgersteig der falschen Straßenseite unterwegs war. Als wir ihn aufforderten anzuhalten „entsorgte“ er hektisch ein kleines Paket in einem Gulli, das sich im Nachhinein als Drogenpäckchen erwies“. Hätte der mutmaßliche Dealer einen Streifenwagen rechtzeitig erblickt, wäre er durch entsprechendes Verhalten vielleicht unauffällig geblieben, vermutet Wettklov.
Für die Fahrradeinheit wurden zwei neue Räder und spezielle Einsatzkleidung angeschafft. Die Kollegen leisten den Dienst auf dem Rad neben ihrem normalen Dienst. Das ist laut Wiebe tages-, wetter- und einsatzabhängig. Dabei hat der Selbstschutz natürlich immer erste Priorität. Die Fahrradeinheit ist immer zu zweit unterwegs. Da die Fahrradstreife weder Rundumleuchten noch Martinshörner haben, werden rote Ampeln auch im Einsatz nicht einfach überfahren. „das wäre zu gefährlich“, führt Wettklov an. Er, als auch seine Kollegin bestätigen, dass die Fahrradstreife bei den Bürgern überaus positiv ankommt. Den Beiden macht das neue Einsatzgebiet sehr viel Spaß, auch wenn es manchmal recht schweißtreibend ist, geben sie lachend zu. Marco Butzkus
Bildergalerie zum Beitrag

Die Polizeikommissare Stefanie Hense und Timo Wettklov auf ihren neuen Dienstfahrrädern.