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Seestadt Bremerhaven
     
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Jetzt geht’s rund: Kult-Karussell „Die Krake“ in der Bremerhavener Modellstadt

18.10.2012

Das Miniaturmodell der "Krake" in der Bremerhavener Modellstadt.
Ab sofort ist die Modellstadt Bremerhaven um eine weitere Attraktion reicher: ein voll funktionsfähiges Modell des Kultkarussells „Die Krake“, im Maßstab 1:20. Verantwortlich dafür zeichnet der 42-jährige Elektrotechniker Andreas Romanowski. In 5-jähriger Bauzeit hat der passionierte Hobbybastler sein Lieblingsfahrgeschäft im Keller seines Hauses nachgebaut. Mit 140 Zentimetern Durchmesser und 6000 blinkenden LEDs ist "Die Krake" nun einer der Blickfänge im Bremerhavener Modellbau-Mekka.

Die Idee dazu, ein Modell des Karussells mit dem sich drehenden Oktopoden zu bauen, überkam Andreas das erste Mal mit ungefähr 8 Jahren. Damals stand er, mit strahlenden Augen und einem 20 D-Mark Schein in der Hand, in einer Tischlerei. Er bat den mit Holzstaub bedeckten Gesellen an der Hobelbank darum, ihm eine Krake zu bauen. „Der lachte mich natürlich aus und sagte dann, dass das wohl möglich wäre, aber mit den 20 Mark würde ich da nicht besonders weit kommen“, sagt der gebürtige Leherheider lachend.

Damit war das Thema dann erstmal für fast 30 Jahre abgehakt. Irgendwann kam dann sein Neffe zu ihm und bat ihn darum, für dessen Modelleisenbahn die Krake im Maßstab 1:78, also H0 zu bauen. Da der technikbegeisterte Handwerker kaum eine Herausforderung scheut, nahm er sich der Idee an. Sehr schnell stellte er allerdings fest, dass die technische Umsetzung in dieser Größe nur sehr bedingt möglich war. „In dem Modell müssen mindestens  8 Motoren untergebracht werden. Das ging so leider nicht“, sagt er heute. Dennoch, von der Vorstellung beseelt, seine eigene  Krake zu besitzen, macht er sich ans Werk.

Platz im Hobbykeller wird schnell gefunden. Bei  1,40 Meter Durchmesser ist allerdings Schluss und es muss so konstruiert werden, dass das fertige Modell in vier Teile zerlegt werden kann. „Sonst hätte ich es zwar bauen, aber nicht transportieren können. Kellertreppe und Türen hätten dies verhindert“. Was dann allerdings vor ihm liegt, ist dem Tüftler im Vorfeld nicht ganz klar. Vermutlich hätte er sonst auch nie damit angefangen, gibt er heute zu. Nahezu jedes Teil des Modells, ob nun aus Holz, Aluminium oder Stahl wird von ihm in Handarbeit gefertigt. Mehr als 400 Meter Kabel, rund 4000 Euro reine Materialkosten und unzählige Arbeitsstunden verschwinden im Rachen des hungrigen Kopffüßers.

Einige Bauteile rauben dem besonnenen Tüftler die letzten Nerven. Beispielsweise das komplizierte Mittelteil mit dem Hub muss er zwei Mal komplett umkonstruieren. Auch seine Frau ist wenig erbaut von der neuen Leidenschaft ihres Gatten. Bald sieht sie ihn nur noch in recht kurzen Zeitfenstern: Vor der Arbeit, vor dem Gang in den Keller und mit Glück noch vor dem ins Bett gehen. Der Bau des Modells droht zur wortwörtlichen Karussellfahrt zu werden. Nach fünf Jahren ist es dann endlich vollbracht. Das Modell ist fertig. Alle Teile an der Krake drehen sich genauso wie im Original und auch die 6000 LED-Lämpchen blinken und flackern genauso wie beim großen Bruder.

Irgendwann Anfang 2012 besucht Andreas dann die Modellstadt Bremerhaven. Er will mit seinem Wunsch, sein Modell hier ausstellen zu wollen, vorstellig werden. Gründer und Betreiber der Modellstadt Hartmut Hoops ist sofort Feuer und Flamme für die Idee und bietet Romanowski mit seinem Gefährt einen Platz in der Halle an. Hoops ist derart von der Arbeit des Surheiders begeistert, das er derzeit überlegt, noch ein weiteres Karussell bei dem Bastler in Auftrag zu geben.

Im Moment ist die Kellertür allerdings abgeschlossen und der Schlüssel irgendwie nicht auffindbar, erfahre ich von Andreas. Außerdem ist er gerade dabei eine automatische Caipirinha-Maschine zu bauen, die ihm schon seit langem im Kopf herumspukt. Die Krake jedenfalls dreht - nach Einwurf eines Euros - in der Modellstadt blinkend ihre Runden. Die Fahrten sind damit günstiger als ein Chip für das Original, das leider schon lange nicht mehr in der Stadt war. Die Musik, die dabei aus der Lautsprecheranlage der Miniatur erschallt, hat Andreas übrigens auch selber komponiert. Auf seinem Computer, der im übrigen nicht im Keller steht, wie er betont.    Marco Butzkus

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