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Seestadt Bremerhaven
     
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Ich bin dann mal weg...! – Pressesprecher Wilfried Moritz im Ruhestand

29.09.2011

Von links: Oberbürgermeister Melf Grantz, Pressesprecher Wilfried Moritz und sein Nachfolger Helmut Stapel
Angelehnt an den Bestsellertitel eines erfolgreichen deutschen Entertainers über seine Pilgerreise, klingt diese Überschrift vielleicht ein wenig abgenutzt. Der Rückblick auf das abwechslungsreiche Journalistenleben von Stadtpressesprecher Wilfried Moritz hat jedoch durchaus Parallelen zu einem mühevollen und dennoch sehr erfüllten Fußmarsch. Moritz geht am 30. September nach 15jähriger Tätigkeit für den Magistrat in den Ruhestand und wurde jetzt verabschiedet.

Moritz war in unserer Stadt in einer umbruchreichen Zeit des Wandels eine Art moderner Herold - an allen spannenden politischen Entscheidungen ganz nah dran. Jetzt geht er in den Ruhestand – ob es ihn allerdings wie den Protagonisten des anfangs erwähnten Bestsellers nach Santiago de Compostella verschlägt, konnte nicht abschließend geklärt werden.

Für drei verschiedene Oberbürgermeister, einige Dutzend haupt- und ehrenamtliche Stadträte, sowie unzählige Amts- und Verwaltungsstellen hat Wilfried Moritz gearbeitet. Er hat unzählige Pressemitteilungen verfasst und schätzungsweise 900 Reden geschrieben. Seine gewissenhafte Recherche und die gelungenen Formulierungen haben schon manchem städtischen Redner die Anerkennung der Zuhörer gebracht.

Was den Job des Magistratspressesprechers allerdings wirklich außergewöhnlich macht, ist wohl der „Ritt“ auf der Rasierklinge, dem er sich fast täglich stellen musste. Und das Abwägen zwischen den städtischen Interessen und der „Journaille“ in Zeiten des modernen „Boulevardismus“ hat dann doch durchaus etwas von einem leidensgeplagten Barfußmarsch über die steinigen spanischen Pyrenäen.

Wilfried Moritz hat diesen Job jederzeit souverän und mit höchstem Engagement ausgeführt. Seine fundierte Ausbildung und die vielen Berufsjahre in unterschiedlichsten Bereichen des Zeitungsjournalismus waren ihm dabei immer ein verlässlicher Kompass. Der gebürtige Wilhelmshavener war als küstentreuer Mensch stets bestens über die Ereignisse dieser Region informiert. Fast zu jeder Person von öffentlichem Interesse hatte er Informationen oder eine unterhaltsame Geschichte.

Seine besondere Gabe war es jedoch - wie Oberbürgermeister Melf Grantz auf seiner offiziellen Verabschiedung zusammenfasste - dann zu reden, wenn es an der Zeit war und zu schweigen, wenn es nötig war. Ganz gleich welche Information man an Wilfried Moritz weiter gab - man war absolut sicher, dass er zu jeder Zeit absolut vertrauensvoll damit umging.

Wilfried Moritz berufliche Reise nähert sich nun mit sehr großen Schritten der galizischen Küste. Die mühevollen Passagen der vergangenen 15 Jahre, die wund gelaufenen Füße und die durchnässte Kleidung sind vergessen. Um bei Kerkelings Ausführung zu bleiben: Manchmal ist ein Gipfel eben doch da, auch wenn man ihn durch den Nebel nicht sehen kann. Mit Wilfried Moritz geht ein gestandener Journalist, der immer die wichtigen, vor allem aber stets die richtigen Worte fand.

Der Pensionär Moritz wird nun die Zeit haben, einfach zu verweilen, bis der Nebel sich aufgelöst hat und dann journalistisch gründlich prüfen, ob der Gipfel auch wirklich da ist. Das obligatorische Studium eines halben Dutzends Tageszeitungen beim täglichen Frühstück wird ihm diese Wartezeit sicherlich versüßen.    Marco Butzkus

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Originaladresse des Artikels: http://www.bremerhaven.de/meer-erleben/stadtleben/ich-bin-dann-mal-weg-pressesprecher-wilfried-moritz-im-ruhestand.42553.html
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