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Seestadt Bremerhaven
     
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Historische Attraktion an der Geeste: Wencke-Dock wird wieder sichtbar

19.06.2012

Zwei Drittel bereits fertig: Die Umrandungsmauern, die einen Meter tief ausgebuddelt wurden, führen in Wellen um das historische Wencke-Trockendock herum. Fotos: Wilfried Moritz
Ein Meilenstein der Stadtgeschichte feiert Auferstehung: Ende Juli wird der erste Bauabschnitt bei der Sanierung des Wencke-Docks in der Innenstadt fertig. Dann erhalten die Bremerhavener und die Touristen einen Eindruck von dem traditionsreichen Werftenstandort an der Geeste, auf dem seit Mitte der 1840er Jahre Schiffe gebaut wurden. Unter ihnen 1885 die Geestemünder „Sagitta“, Deutschlands erster Fischdampfer.

Mit Bundesmitteln von Kulturstaatsminister Bernd Neumann kann die Stadt den Verfall der ältesten noch erhaltenen Schiffbauanlage in Europa stoppen, die beim verheerenden Bombenangriff auf Bremerhaven am 18. September 1944 zerstört worden war. Nach Kriegsende verschwanden die Überreste der Werft unter Bauschutt und Erdreich. Um das einstige Trockendock als schiffbaugeschichtliche Attraktion wieder sichtbar zu machen, haben Arbeiter der Bremerhavener Firma Druge-Bau in den vergangenen Monaten die 85 Meter lange und 35 Meter breite Dockkammer mit ihrer Umrandungsmauer einen Meter tief ausgebuddelt.

„Die Arbeiten liegen voll im Zeitplan“, freut sich Baustadtrat Volker Holm. Von der 170 Meter langen Mauer besserten die Druge-Mannen bereits etwa zwei Drittel aus und erneuerten die Klinkersteine. Auch die Mauerkrone aus Sandstein wird nach historischem Vorbild wiederhergestellt – mit mehr als 100 Jahre altem Baumaterial. Denn dafür stellte die Hafengesellschaft BremenPorts die Kalksteine aus der Kaiserschleuse zur Verfügung, die dem Neubau der Schleusenkammer weichen mussten. „BremenPorts hatte für die alten Steinblöcke keine Verwendung mehr“, erläutert Werner Kirschstein, für den Denkmalschutz zuständiger Abteilungsleiter beim Bauordnungsamt. „So können wir mit den Steinen sinnvolles Recycling betreiben.“

Wenn die Mauer rund um das Wencke-Trockendock fertig ist, soll der Innenraum eingesät und begrünt werden. Und obendrauf wird als Blickfang das 16 Meter breite Docktor aufgestellt, das jahrzehntelang im Erdreich verborgen war und 2011 wieder ausgegraben wurde. Kirschstein: „Das stählerne Tor mit seinem Aufsatz aus Holz ist noch in einem erstaunlich guten Zustand. Es muss nur entrostet und aufgerichtet werden und erhält dann einen Logenplatz inmitten des Docks.“

Unterdessen laufen bereits die Vorbereitungen für den zweiten Durchgang der Docksanierung auf Hochtouren: Anfang Juli beginnen die Vorbereitungen für die Erneuerung der morschen Werftkaje an der Geeste, die vor zwei Jahren zum Teil in sich zusammengefallen war. Statt aus Stein wird der Neubau jetzt aus Stahl errichtet. Um den historischen Anblick am Geesteufer zu bewahren, erhält die Spundwand eine Fertigteil-Verkleidung aus rotem Backstein. Der Auftrag wurde vom Bau- und Umweltausschuss an die Firma Thieling aus Stadland (Kreis Wesermarsch) vergeben.

Zunächst muss die Stahlkonstruktion 16 Meter tief gerammt werden, auf einer Länge von 60 Metern bis zum einstigen Lange-Dock in Richtung Kennedybrücke. Dass es dabei nicht lautlos zugehen kann, ist unvermeidlich. Die Rammarbeiten, so Baudezernent Holm, sollen jedoch überwiegend nach dem wesentlich leiseren Rüttelverfahren erfolgen und daher umweltverträglicher sein. Dennoch will die Bauverwaltung Ende Juni die Anwohner des Wencke-Docks aus der Deichstraße eingehend über die anstehenden Arbeiten informieren und sie an der Planung beteiligen. Bis Dezember soll dann alles unter Dach und Fach ist. Holm: „Dann wird das maritime Baudenkmal zünftig eingeweiht.“   Wilfried Moritz

Weitere Informationen:

Die Geschichte des Wencke-Docks: Schiffbau an der wirtschaftlichen Keimzelle der Stadt

PDF (nicht barrierefrei aufbereitet):  Übersicht über die Arbeiten am Baudenkmal Wencke-Dock (440.5 KB)

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