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Heiratsantrag via YouTube: Bremerhavener Musiker buhlt um US-Star Katy Perry

11.10.2012

Nils Wandrey: Pressefoto
Nils Wandrey ist optisch durchaus ein Paket, das Frauenherzen höher schlagen lässt. Er hat diese Art von Blick drauf, der Männer häufig neidvoll resignierend in den Spiegel blicken lässt. Der Typ mit dem auffälligen Haarschnitt hat jedoch deutlich mehr zu bieten, als nur eine nette Optik. Nils ist ein sehr talentierter und zielstrebiger Musiker. Jemand, der mit seinen musikalischen Ideen schon immer über den Tellerrand hinausgeschaut hat. In seinem aktuellen Musikvideo „Katy Perry“ macht der smarte Kerl dem amerikanischen Megastar einen musikalischen Heiratsantrag über den Internet-Video-Kanal „YouTube“. Die Rocknummer hat echtes Hitpotenzial - und da die US-Popikone sich gerade Mal wieder - ganz aktuell - von ihrem Lover getrennt hat, stehen die Chancen vielleicht gar nicht so schlecht. Vorausgesetzt natürlich, Mrs. Perry hat Internet.

Wer auf der externer Link:  Internetseite von Nils Wandrey auf Erkundungssuche geht, braucht keinen linguistischen Almanach und auch keine große Enzyklopädie der „It-Wörter“. Eine gesunde Portion Humor, ein wenig Englischkenntnisse und eine gute Prise Gespür für Rock ‘n’ Roll sind völlig ausreichend, um sich dort zurechtzufinden. Auf der keck gestalteten Reise durch die bit-gewordene Vita des Herrn W, erhält man durchaus erheiternde Erkenntnisse aus dessen Welt. So erfährt man beispielsweise, dass er seinen schlimmsten Hangover in einem griechischen Restaurant hatte. Aber auch, dass er - so wie jeder anständige Rock‘n’Roller - auf gute Musik, große Shows und die Brüste seiner Freundin steht.

Angefangen hat es alles ganz harmlos: Der Sohn des ehemaligen Bremerhavener Zoodirektors Rüdiger Wandrey fühlt sich sehr früh zur umfangreichen Gitarrensammlung seines Vaters hingezogen. Als Resultat daraus wird er - noch in der Grundschule - zum klassischen Gitarrenunterricht verdonnert. Nils muss nie besonders viel üben, um brauchbare Ergebnisse zu erhalten. Der Funke für diese Art von Musik springt bei dem Jungen jedoch nicht wirklich über. Dann, im zarten Alter von 12 Jahren wird schlagartig alles anders. Nils fährt mit seinem Vater zu einem Konzert der „Scorpions“ in die Kieler Ostseehalle und wird „geflashed“, wie er es selber nennt. „Der 4. Oktober 1993 war der Tag, an dem für mich klar war, dass ich Musik zu meinem Beruf machen muss“, sagt er noch heute fast wie in einem Mantra. Von diesem Moment an setzt er alles daran, dieses Ziel auch zu erreichen.

Mit seiner ersten Band „Crack ’n Up‘s“  feiert er – ungewöhnlich  für eine als Schülerband gegründete Kapelle – durchaus beachtliche Erfolge. Die Band nimmt fünf Tonträger auf und gewinnt mehrere Live- und Radiowettbewerbe. Sie spielen auf einer After-Show-Party von Motörhead, kommen bis ins Vorprogramm von Pur und Toto und sind mehrfach beim Deichbrand-Festival vertreten. Am Ende schafft es die dreiköpfige Band sogar, eine Tournee als Headliner durch Japan zu touren. Die „Crack ’n Up’s“ stehen 2008 faktisch kurz vor dem Durchbruch, als sie sich zum Entsetzen ihres Frontmannes plötzlich und ohne Vorzeichen trennen.

Heute und mit Abstand beurteilt Nils die damalige Situation als Rückschlag, nicht als Niederlage. Er hat viel daraus gelernt „Die Nummer wurde halt ernst und da musste jeder Einzelne für sich selber entscheiden, ob er den Weg als Musiker mit allen Höhen und Tiefen weiter gehen will. Viele Freizeitmusiker entscheiden sich dann eben für den klassischen Weg:  Ausbildung und Beruf - die Musik als Hobby. Für mich kam das nie infrage – Musik ist für mich kein Hobby“. Konsequenterweise macht Nils allein weiter. Er schreibt und komponiert, entwickelt Ideen und produziert kleine Projekte, um zu lernen. Nebenbei Studium – Musik natürlich. Kurz aufkommende Anwandlungen, vielleicht doch Lehrer oder Informatiker zu werden, werden nach zwei Semestern eingestellt. Es bleibt bei Plan A: Rockstar werden.

Der 31-jährige ist ein quirliger Typ, der permanent neue Kontakte knüpft und nach der Devise: „machen anstatt schnacken“ agiert. Das Internet hat sich dabei als ein wichtiges Instrument erwiesen. Er zählt sich mittlerweile zu den Duzfreunden von James Kottak, dem Drummer der legendären Rockband „Scorpions“. In dessen anderer Band externer Link:  „Kottak“, tourte der vielseitige Musiker im vergangenen Jahr als Bassist durch halb Europa. „Wir waren der Supportact für Edguy und wollten in diesem Jahr eigentlich auf Solotour gehen. Dann ist leider die vierjährige Abschiedstournee der Scorpions dazwischen gekommen und damit ist James komplett ausgelastet“. Den Kontakt zu Bandmitgliedern von "Edguy" hat Wandrey gehalten. Vielleicht ergibt sich da noch mal etwas in puncto Zusammenarbeit, wie er hofft.

Um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, hat Wandrey einen „Dayjob“, wie er es nennt. Er ist Musiklehrer, unterrichtet Gesang und Gitarre. Rock ‘n’ Roll ist der „Nightjob“ - das, was man will. Damit verdient man anfangs leider kein Geld, sondern bezahlt nur. Also braucht man den „Dayjob“ – das, was man muss. Häufig sei das eine Balance zwischen Lust und Qual. "Ich habe da zweifelsohne sehr viel Glück, im Gegensatz zu vielen Anderen Musikern macht auch mein "Dayjob" mir viel Spaß - schließlich darf ich Musik machen und muss keine Pizza ausfahren oder so", sagt er. Ändern tut sich das erst, wenn man den Durchbruch geschafft hat. Bei vielen ist das nie der Fall. Dennoch würde Nils es für sich nicht ändern wollen – es ist einfach der Weg, den er gewählt hat.

Mit seinem neuen Projekt „Alligator Farm“ macht er das, was er - nach eigener Auffassung - am besten kann: Musik schreiben, aufnehmen, produzieren und live spielen. Seine Kreativität, gepaart mit seinem Ehrgeiz, verhelfen ihm dabei zu qualitativ sehr hochwertigen und angenehm frechen Ergebnissen. In seiner Kreativ-Schmiede entstehen Sachen mit sehr deutlichem „Aha-Effekt“. Kleine Achtungserfolge lassen dabei auch nicht lange auf sich warten. Sein – eigentlich nur zu Testzwecken und als „One-Man-Show“ produziertes - Videocover des 90er Jahre Hits externer Link:  „Stay“, bringt ihm nicht nur die wohlwollende Kritik des Kultdrummers Steve Moore ein. Sogar Marcella Detroit, die als maßgeblicher Teil der Shakespears Sister, der ursprünglichen Version des Songs ihre Stimme verlieh, meldete sich bei ihm. Sie wollte wissen, ob Nils denn auch wirklich alle Passagen – auch die ganz hohen – selber gesungen hätte.

Die neueste Produktion externer Link:  „Katy Perry“ wird derzeit über alle gängigen externer Link:  Musikportale angeboten und im Videoportal YouTube rauf und runter geteilt. Die Idee zu dem Song kam auf einem Konzert seiner „Angebeteten“ in Hamburg. „Katy ist durch und durch sehr beeindruckend. Ihr musikalisches Können ist außergewöhnlich und ihre Erfolge schier unfassbar. Sie hat es geschafft, von einem einzigen Album, fünf Nr.1-Hits in den amerikanischen Billboard-Charts zu platzieren. Damit hat sie den Rekord von Michael Jackson eingestellt – unglaublich. Das ganze Konzert war ein Riesen-Spaß und eine perfekt inszenierte Show. Irgendwann hatte ich halt den Refrain und die Idee zu Katy Perry im Kopf“, erzählt er begeistert. Dass er dem Superstar in dem rockigen Song einen Heiratsantrag vor aller Welt macht, quittiert er lässig mit einem Schulterzucken. „Was soll schon passieren? Schlimmstenfalls sagt sie halt ja, dann kann ich das immer noch mit meiner Freundin klären“, sagt er lachend.

Derzeit produziert der umtriebige Musiker bereits zwei neue Songs, die er gerne noch in diesem Jahr rausbringen möchte. Ob es ihm gelingt, dafür einen namhaften Künstler mit ins Boot zu holen, will er noch nicht verraten. Wandrey versichert allerdings, das er dahingehend bereits das eine oder andere Gespräch geführt hat. Bis es soweit ist, kann allerdings noch viel passieren. Da Katy gerade solo ist, auch etwas völlig Unerwartetes.      Marco Butzkus

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