Hauptbahnhof wird wieder zum Schmuckstück: Neuer Glanz für das Eingangstor der Stadt
30.09.2010
Der Wandel in Bremerhaven ist deutlich zu erkennen. Das wird in den neuen Havenwelten, dem Aushängeschild der Stadt, für die Bürgerinnen und Bürger ebenso wie für Touristen offensichtlich. Das Eingangstor zu diesem neuen Bremerhaven ist für viele Besucher der Hauptbahnhof in Geestemünde. Für rund 8,6 Millionen Euro wird der 1914 eröffnete Bau derzeit noch bis Juni 2011 grundlegend saniert.
Zwei komplett neue Bahnsteige werden nach neuestem Bahnkomfort ausgestattet. Gläserne Liftanlagen für barrierefreien Zugang, neue sanitäre Anlagen sowie ein modernes und kundenfreundliches Erscheinungsbild rüsten den Hauptbahnhof zu einem zeitgemäßen Verkehrsknotenpunkt auf. Die historische Struktur des Bahnhofes kann in weiten Teilen wiederhergestellt werden. Der Haupteingang wird beispielsweise wieder in die Gebäudemitte zurückgeführt. Dieser Zugang musste in den 50er Jahren dem Bahnhofskino weichen, das in einer neu geschaffenen Zwischendecke eingerichtet wurde.
Nach dem ersten Spatenstich im November 2009 und der fristgerechten Sanierung der Bahnsteige zur Sail 2010, geht es nun an das Feinwerk. Die historische Bahnhofshalle, die aus der späten Jugendstilzeit stammt, wird mitsamt der ursprünglichen Gewölbedecke aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt. Die alte Tragekonstruktion genügt nicht mehr den modernen Anforderungen. Sechs Stahlträger - jeder von ihnen mit einem Gewicht von drei Tonnen - werden direkt unter dem Dach installiert, um dort die Kuppeldecke zu befestigen. Sobald alle Arbeiten an der Gewölbedecke abgeschlossen sind, wird das komplette Zwischendeck entfernt und die Halle um mehr als das Doppelte vergrößert.
Bei den Abrissarbeiten des alten Bahnhofskinos wurden zwei alte Ornamente freigelegt. „Es ist schon erstaunlich, was beim Umbau in den 50er Jahren alles unter Zwischendecken und Wandverschalungen verschwand", sagt Bahnhofsmanager Hermann Bollmann. Die Verzierungen sind künftig sichtbar, und so manch ein Bremerhavener kann dann „seinen" Bahnhof völlig neu entdecken.
Das alte Gemäuer verwandelt sich durch die Sanierung in ein wirkliches Schmuckstück, zumal auch der rote Klinker der Außenfassade saniert wurde. Die alten Fensterfronten, die ihre Wirkung durch das Kino verloren, werden die Halle wieder mit Licht fluten. Dadurch bietet sie in den Abendstunden endlich einen einladenden Anblick. Die rund 5500 Fahrgäste, die täglich auf diesem Wege die Stadt betreten, dürfen sich also auf ihre neue Empfangshalle freuen. Neben dem Bahn-Servicecenter werden dort auch ein Buch- und Zeitschriftenhandel, ein Reisebedarfsgeschäft und ein Imbiss zu finden sein. Marco Butzkus
Bildergalerie zum Beitrag

Die Tragekonstruktion für die Kuppeldecke: Rund drei Tonnen wiegt einer der Träger

Mehr als fünf Jahrzehnte hinter der Zwischenwand der Kinotoilette: Eine der freigelegten Ornamentfiguren

Die neuen sanitären Anlagen der Bahnhofsanlage können sich sehen lassen

Der Tunnel zu den Bahnsteigen mit den neuen Liftanlagen macht das Reisen deutlich komfortabler

Wertstofftrennung auf dem Bahnsteig: Moderne Müllbehälter sorgen für mehr Sauberkeit

Die neue Bahnsteigmöblierung umfasst auch das Sitzinventar

Die Informationsanzeigen auf den Bahnsteigen sind endlich im Digitalzeitalter angekommen

Ein Leitsystem, das es auch sehbehinderten Menschen ermöglicht, sich zurechtzufinden

Schon bald wieder im alten Glanz: Die Bahnhofshalle vom Bahnsteig aus betrachtet