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Erfolgsroman „Tschick“ im Jugendtheater: Premiere im Pferdestall

28.09.2012

Alexandra Luise Gesch und Christian Müller
„Tschick“ ist eines der erfolgreichsten deutschen Jugendbücher der letzen Jahre. Der Roman von Wolfgang Herrndorf erzählt die Geschichte zweier Jugendlicher, die zusammen auf eine abenteuerliche Reise gehen. Das Stadttheater mit seiner Jugensparte inszeniert den Bestseller jetzt im Pferdestall an der Gartenstraße. Premiere ist am 2. Oktober, um 19.30 Uhr. Für das laufende Jahr sind zwölf Vorstellungen geplant.

„Tschick“ ist eine Art Roadmovie in Buchform. Ein typischer Beitrag aus der Reihe „Der Weg ist das Ziel“. Zwei Jugendliche, die aus sehr unterschiedlichen familiären Verhältnissen kommen, brechen gemeinsam in ein Abenteuer auf. Mit einem geklauten Auto führt ihre Reise durch eine Geschichte an deren Stationen nicht Orte oder Ziele auf sie warten, sondern Erkenntnisse und Wahrheiten. Das Buch dabei  herausgekommen ist, zeigt wie Jugendliche ihre Umwelt, ihre Mitmenschen und ihre eigene Entwicklung wahrnehmen. Ein unterhaltender Roman, über alle Themen und Fragen der Pubertät und der Entwicklung junger Menschen.

Wenn einer der beiden Hauptprotagonisten am Ende der Reise sein Resümee zieht, dann verblüfft es in seiner schlichten Einfachheit. Sinngemäß lautet es in etwa: „Alle haben uns immer erzählt, dass alle Menschen und die ganze Welt schlecht sind. Vielleicht stimmt da ja auch und die Welt ist zu 99 Prozent schlecht. Das Seltsame ist nur, dass wir auf unserer Reise fast ausschließlich dem einen Prozent begegnet sind, das nicht schlecht war“.

In ungefähr 95 Minuten bringen Dramaturgin Alexandra Luise Gesch und Regisseur Christian Müller das Stück als eine Art Erzähltheater mit wechselnden Perspektiven auf die Bühne des Pferdestalls. Für Gesch ist das Besondere an dem Stück, wie in dessen Verlauf zwei so gegensätzliche Typen zu guten Freunden werden. Freundschaft und Zusammenhalt sind dabei für sie die tragenden Werte der Geschichte. Obwohl es sich bei „Tschick“, um ein Jugendbuch handelt, spricht es ebenso Erwachsene an. Es eröffnet eine Perspektive in die eigene Jugend. Die Akteure in dem Roman werden zu einer Art jugendlichem Alter Ego des Lesers, egal wie alt dieser in Wirklichkeit ist.

Für den 33-jährigen Regisseur Christian Müller, der eigens für die Zeit der Inszenierung aus Stuttgart angereist ist, lag die größte Herausforderung in der Umsetzung des Stückes im Pferdestall. Die Bühne dort ist sehr klein und wird erschwerend auch noch von zwei Säulen unterbrochen. Laut Müller war sehr schnell klar das diese Aktionsfläche nicht ausreichen wird, um das Stück vernünftig präsentieren zu können. Ein Großteil des Platzes dort wird von einem Auto eingenommen, das wesentlicher Teil der Geschichte ist. Die Besucher dürfen sich also darauf einstellen, dass die Schauspieler im ganzen Raum agieren und spielen werden. In der Bremerhavener Fassung von Tschick werden sämtliche Charaktere des Stückes von vier Schauspielern in wechselnden Rollen dargestellt. Andreas Kerbs, der die Rolle des russischen Spätaussiedlers „Tschick“ verkörpert, leiht der Figur seinen russischen Akzent und damit eine zusätzliche Authentizität.

Bei der Entwicklung der Bühnenumsetzung wurde das Theater von einer Patenklasse des Lloydgymnasiums unterstützt. Die Schülerinnen und Schüler begleiten das Stück von Beginn an. Sie decken dabei mit ihrer erwünschten Kritik auf, wie die einzelnen Szenen beim Publikum ankommen. „Dabei läuft es oft auf Kürzungen hinaus“, sagt Dramaturgin Lesch. „Jugendliche sind da schonungsloser als Erwachsene, die sagen offen und ehrlich, was sie stört, ohne falsche Höflichkeit. Die Schüler helfen aber auch dabei den jugendlichen Zeitgeist in die Inszenierung einfließen zu lassen, speziell die aktuelle jugendliche Sprache und Gestik.   Marco Butzkus


Genau Aufführungsdaten und Zeiten entnehmen Sie bitte dem aktuellen externer Link:  Spielplan des Stadttheaters Bremerhaven

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marco.butzkus at bit.bremerhaven.de
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Originaladresse des Artikels: http://www.bremerhaven.de/meer-erleben/stadtleben/erfolgsroman-tschick-im-jugendtheater-premiere-im-pferdestall.52827.html
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