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Seestadt Bremerhaven
     
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Doppelte Lottchen im Neunerpack: Bremer Zwillingstreffen zum 3. Mal in der Seestadt

15.10.2012

Die Teilnehmer des Bremer Zwillingstreffen vor dem "Tour de Wind"-Bus.
Fall Sie am Wochenende in der Bremerhavener Innenstadt plötzlich doppelt gesehen haben, müssen Sie nicht zwangsweise besorgt sein. Von Freitagabend bis Sonntagmorgen trafen sich nämlich neun Zwillingspärchen aus ganz Deutschland in der Seestadt. Die Initiatoren des Bremer Zwillingstreffens, das nun schon zum 3. Mal in Bremerhaven ausgerichtet wurde, sind die Bremer Zwillinge Rolf und Joachim Scheu.

Auf den ersten Eindruck erfüllen sie alle Klischees, die es zu Zwillingen gibt. Optisch gleiches Auftreten, offensichtliche Harmonie und das Bestreben alles zusammen zu tun. Die große Anzahl von identischen Geschwisterpaaren in der Innenstadt sorgt für viele erstaunte Blicke. Pocketkameras werden gezückt, um schnell ein Bild von der besonderen Zusammenkunft festzuhalten. Die eine oder der andere trauen sich dann auch mal zu fragen: „Entschuldigung, ist das hier ein Zwillingstreffen?“ Ja, ist es!  „Und wie bisher immer in Bremerhaven“, wie Rolf Scheu als Teil des Veranstalter-Duos unterstreicht.

Das Treffen der beiden Bremer Brüder dient als freundschaftliche Zusammenkunft für Zwillinge in Norddeutschland. Zusammen mit den beiden Rostocker Zwillingsgeschwistern „Traudi und Rosi", veranstalten Sie im jährlichen Wechsel, Treffen in Bremen und Mecklenburg-Vorpommern. Die Treffen der Rostocker Schwestern haben dabei immer eher den Charakter der großen und historischen Bäderkultur, die es an der Ostsee gibt. Hier im kleinsten Bundesland steht das Maritime im Vordergrund. Die Treffen in Bremen gelten unter den Besuchern immer als etwas „kopflastig“, wie Joachim Scheu betont. Er und sein Bruder legen Wert darauf, dass alle die hier waren, hinterher auch mehr wissen als vorher, betont er mit einem Augenzwinkern.

Auch in diesem Jahr hatten sich die beiden wieder viel Mühe bei der Programmgestaltung gegeben. Neben einem Besuch im Deutschen Schiffahrtsmuseum, stand eine „Tour de Wind“ rund um die Windkraft auf der Agenda. Dazwischen gab es jedoch auch reichlich Freizeit, in der die Geschwisterpaare – natürlich im Doppelpack – die Innenstadt erkunden konnten. Am Sonnabendabend ging es dann zum Abschlussessen in die „Letzte Kneipe vor New York“ im Kaiserhafen. „Auch das ist traditionell geworden“, sagt Rolf Scheu. Das wäre halt eine richtige Hafenkneipe und nicht so ein Schickimicki-Laden, wie es ihn andernorts gäbe. Ihm und seinem Bruder gefällt dort ganz besonders das internationale Publikum mit den ganzen Seeleuten.

Auslöser für die beiden Treffen in Bremen und Rostock war eine große Werbeaktion eines Pharmaunternehmens, das mit Zwillingen Werbekampagnen veranstaltete. Die Treffen fanden von 2003 bis 2008 in unterschiedlichen Bundesländern statt und wurden immer sehr gut besucht. Das Unternehmen veranstaltete dort ein Casting für kommende Werbefilmchen, wie Joachim berichtet. Die beiden Brüder haben es auch schon Mal in einen Spot geschafft - allerdings nur als Statisten, wie sie mit einem Augenzwinkern zugeben. Als die Kampagne eingestellt wurde, spürten die aktiven Brüder eine Lücke in ihrem Leben, die sie füllen wollten. Bei einem Blick auf die „Veranstaltungslandkarte“ für Zwillingstreffen mussten sie feststellen, dass der Norden dabei bisher ziemlich schlecht wegkam. Sie entschlossen sich dazu, eine Veranstaltung in Bremen anzubieten. Alle zwei Jahre, damit es nicht zu viel wird. Der Organisationsaufwand ist ziemlich hoch, deswegen wechselt sich das Treffen mit dem in Rostock ab. Dass die Bremer Treffen bisher ausschließlich in Bremerhaven stattfanden, liegt an der familiären Herkunft der Brüder. Ihre Großmutter stammt aus der Seestadt. Als Kinder haben sie viele Erinnerungen an Deichausflüge mit Picknick am Pingelturm. An den Geruch von Teer, Salz und Räucherfisch können sie sich noch heute erinnern. Die Stadt ist für die Beiden einfach der maritime Inbegriff.

Die meisten der Zwillingspärchen, die an den Treffen in Bremerhaven und auch in Rostock teilnehmen, sind „Stammgäste“. Sie kommen also regelmäßig zu den Treffen an die Küste. Das älteste Pärchen „Erna und Helga“ ist inzwischen 78 Jahre alt. Die beiden haben sich ganz fest vorgenommen noch mindestens bis zu ihrem 80. Geburtstag weiterhin an den geselligen Zusammenkünften zu reisen. Die Kosten für Anreise, Übernachtung und Programmpunkte müssen von den Teilnehmern selber getragen werden. „Sponsoren gibt es keine“, sagt Rolf Scheu. „Aber bei den Treffen geht es ja auch um das eigene Vergnügen und um die Möglichkeit, mit Gleichgesinnten etwas zusammen zu tun“, ergänzt Joachim. Die beiden wohnen übrigens nicht nur in dem gleichen Haus auf der gleichen Etage. Sie haben auch identische Ausbildungen gemacht, jeder Drei an der Zahl und arbeiten jetzt schon seit 1978 im gleichen Unternehmen, bei EADS-Astrium in Bremen. „Aber in unterschiedlichen Abteilungen, damit wir trotzdem zusammen Urlaub machen können“, sagen beide synchron. Das nächste Bremer Zwillingstreffen findet 2014 statt.  Marco Butzkus

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