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Seestadt Bremerhaven
     
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Die Suche nach dem großem Fang: Dampfer „Welle“ braucht dringend Spenden

14.06.2012

Der Dampfer Welle an der Geestemole.
Die „Welle“ ist ein Dampfer mit bewegter Vergangenheit. Mehr als 60 Jahre lang hat das Schiff die unterschiedlichsten Dienste auf der Weser geleistet. Sie wurde umgebaut, ausgeschlachtet, brannte aus, wurde versenkt, wiederentdeckt und gehoben. Seit fast 12 Jahren liegt sie nun in Bremerhaven und wird durch einen Verein liebevoll und aufwändig restauriert. Gerade bekam der Verein „Dampfer Welle e. V.“ einen Fördervertrag in Höhe von 20.000 Euro aus Lottomitteln von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Mehr als eine Million Euro fehlen jedoch noch, damit das Schiff wieder einsatzfähig wird. Eine mögliche neue Aufgabe wäre die regelmäßige Verbindung zum Leuchtturm Roter Sand in der Außenweser.

Die eigentliche Idee des Vereins Welle ist es, jungen Menschen zu zeigen, wie ein altes Dampfschiff betrieben wird. Mit diesem Ansatz hat sich 1998 eine Gruppe von Nostalgikern und Schiffsliebhabern zusammengefunden und den Verein „externer Link:  Dampfer Welle e. V.“ ins Leben gerufen. Dass die Zielgerade aber auch 14 Jahre später noch nicht in Sicht ist, hatte damals sicherlich keines der Mitglieder vor Augen. Vereins-Pressesprecher Bodo Wenz weiß, woran es fehlt: „Das grundlegende Problem ist das Geld. Wir brauchen noch mehr als eine Million Euro an Sach- und Geldmitteln. Die eine Maschine ist noch nicht komplett montiert. Es fehlen Teile. Die zweite Maschine fehlt sogar noch gänzlich. Es gibt keine elektrische Versorgung an Bord und sämtliche Navigationstechnik hat ausschließlich einen nostalgischen Wert.“ Das klingt hoffnungslos – ist es aber nicht, wenn man die bisher geleistet Eigenarbeit betrachtet.

Als der Verein das Schiff 1998 kaufte, war es nichts weiter als eine Schiffshülle. Der bis dahin letzte Besitzer hatte die „Welle“ von 1975 bis 1994 als schwimmende Gaststätte an der Bremer Schlachte genutzt. Um seiner Zeit mehr Platz für Gäste an Bord zu bekommen, riss er die alte Schiffstechnik heraus. Um den benötigten Ballast für das Schiff zu erhalten, goss er einfach Beton in den Rumpf. Mehr als 120 Tonnen davon plus 60 Tonnen Müll wurden von den freiwilligen Helfern binnen zwei Jahren mühsam aus dem Schiff getragen, bevor es 2000 von Bremen nach Bremerhaven geschleppt werden konnte. Seit dem liegt die „Welle“ im Fischereihafen und wird restauriert.

Unterstützt wurde und wird der Verein dabei vor allem durch Hilfskräfte im Rahmen von 1-Eurokräften und Maßnahmen für Langzeitarbeitslose. Inzwischen lässt sich das Ergebnis schon sehen. „Es kann schwimmen, aber noch nicht fahren“, wie Wenz es auf den Punkt bringt. Dabei warten nicht nur er und die Mitglieder des Vereins darauf, dass sich das bald ändert. Auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD), die das historische Wasserfahrzeug fördert und die BIS Bremerhaven Touristik, können es kaum erwarten. Beide suchen nämlich händeringend nach einem Schiff, das den regelmäßigen Pendeldienst zum Leuchtturm Roter Sand übernehmen kann. Die Verbindung ist mittlerweile seit zwei Jahren ausgesetzt, weil es derzeit kein geeignetes Schiff dafür gibt. Der Dampfer „Welle“ könnte genau dieses Schiff sein, das gebraucht wird. Die Welle erfüllt genau die benötigten Anforderungen und hat den Leuchtturm früher regelmäßig angefahren. Das große Interesse an Übernachtungen im Turm „Roter Sand“ als Hochseehotel ist weiterhin ungebrochen.

Der Dampfer Welle wurde 1915 bei der Bremer Atlas-Werft gebaut, hat eine Länge von fast 38 Metern und eine Breite von gut sieben Metern. Der genietete Stahlrumpf wurde mit zwei Dreifachexpansions-Dampfmaschinen über zwei Schrauben angetrieben. Damit konnte das Schiff rund 12 Knoten erreichen und war darüber hinaus sehr wendig. Die „Welle“ wurde ausschließlich zwischen Bremen und Bremerhaven eingesetzt und überwachte die Weservertiefung. Da sie bei diesen Fahrten auch immer die Lohntüten zu den Arbeitern auf den Baustellen mitbrachte, erhielt sie sehr schnell den Beinamen „Goldschiff“. Bis zu ihrer Außerdienststellung im Jahre 1975 wurde sie für Ablösungs- und Versorgungsfahrten sowie als Eisbrecher auf der Weser genutzt. Dabei wurde sie mehrfach nach aktuellen Erfordernissen umgebaut. Zwischen 1975 und 1994 lag das Schiff als schwimmende Gaststätte an der Bremer Schlachte, wo es 1994 unter ungeklärten Umständen sank. Wenn das Schiff wieder komplett fahrtüchtig ist, soll es vor dem Deutschen Auswandererhaus im Neuen Hafen einen Liegeplatz bekommen.  Marco Butzkus

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Originaladresse des Artikels: http://www.bremerhaven.de/meer-erleben/stadtleben/die-suche-nach-dem-grossem-fang-dampfer-welle-braucht-dringend-spenden.49972.html
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