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Café mit Geesteblick: In die historische Seebeck-Villa zieht neues Leben ein

27.07.2012

Café in historischem Prachtbau: Die Gäste der Seebeck-Villa können künftig vom Wintergarten aus den Ausblick auf das freigelegte Wencke-Dock und die Geeste genießen. Fotos: Wilfried Moritz
Nebenan die alte Geestebrücke und das freigelegte Wencke-Dock, gegenüber das Historische Museum, nur einen Steinwurf entfernt Hochschule, Kino, Kunstmuseum und Stadttheater: Die Lage, da ist sich Piet Rothe ganz sicher, könnte kaum besser sein. Im Herzen der Stadt lässt der Hotelier die alte Seebeck-Villa am Geesteufer in neuem Glanz erstrahlen. Mit erheblichem finanziellem Aufwand baut er das denkmalgeschützte Gebäude zu einem attraktiven Café-Bistro und zu Ferienwohnungen um.

Voraussichtlich ab Oktober will der erfolgreiche Geschäftsmann in dem einstigen, 1908 gebauten Jugendstil-Domizil des Geestemünder Werftbesitzers Georg Dietrich Seebeck Kaffee, Kuchen und kleine Gerichte anbieten. „Damit erlebt ein historischer Ort inmitten eines einzigartigen Ensembles seine Wiedergeburt“, freut sich Werner Kirschstein von der Denkmalschutzbehörde beim Bauordnungsamt über das Engagement des Hoteliers.

Die Villa war im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört, danach nur unvollständig wiederaufgebaut und zuletzt privat bewohnt worden. 2010 kaufte Rothe das heruntergekommene Gebäude und entschloss sich zum grundlegenden Umbau – innen attraktiv und zeitgemäß, außen in enger Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde. Die Fassade in warmem Beige leuchtet bereits in neuer Pracht, im Innern arbeiten die Bauhandwerker noch mit Hochdruck. Besonders angetan sind Bauherr und Denkmalschützer von den phantasievollen Schmuckbändern mit Pflanzen- und Tiermotiven an den Fensterfronten. Kirschstein: „Das sind richtige Kunstwerke im Jugendstil.“

Besonderen Aufwand leistet Investor Rothe auch beim Dach, das beim Wiederaufbau nach dem Krieg als schlichter Deckel aufs Gebäude gesetzt wurde. Das neue Dach wurde dem Original angenähert und schafft gleichzeitig Platz für vier Maisonette-Ferienwohnungen im Obergeschoss. Vier weitere Urlauberquartiere entstehen im ersten Stock.

Das Erdgeschoss wurde für das Café, in dem bis zu 150 Gäste Platz finden, um einen lichtdurchfluteten Wintergarten erweitert – davor eine großzügige Terrasse mit Geesteblick bei gutem Wetter. Damit will Rothe eine Marktlücke schließen und eine attraktive Nische besetzen: „In der Innenstadt fehlte bisher am Wasser ein Treffpunkt zum Kaffeetrinken und Klönen“, hat der Hotelier erkannt. „Das Zentrum südlich der Havenwelten wird künftig mehr in den Blickpunkt gerückt.“

Die Eröffnung des Cafés soll gleichzeitig mit der Einweihung des historischen Wencke-Docks, dessen Umrisse derzeit mit großem Aufwand wieder freigelegt werden, im Oktober/November über die Bühne gehen. Denkmalschützer Kirschstein: „Dieses Ereignis werden wir mit einem Fest feiern, zu dem auch Kulturstaatsminister Bernd Neumann und der Präsident des Senats, Jens Böhrnsen, erwartet werden.“   Wilfried Moritz

Prachtbau neben dem Wencke-Dock: Die Geschichte der Seebeck-Villa

  • Der aus Brake stammende Georg Diedrich Seebeck (1845-1928) machte sich 1876 in Geestemünde mit einer Kupferschmiede selbstständig.
  • Bald baute er auch Barkassen und Schlepper, später vor allem Fischdampfer.
  • Ende des 19. Jahrhunderts erwarb er an der Geeste mehrere Schiffbaubetriebe, so auch die Wencke-Werft.
  • Auf dem Betriebsgelände baute Seebeck 1908 eine Villa im Neobarock- und Jugendstil nach den Plänen des Architekten Johann Allers.
  • In der Bombennacht des 18./19. September 1944 brannte das Gebäude weitgehend aus, die Umfassungsmauern blieben jedoch erhalten.
  • Beim Wiederaufbau nach Kriegsende wurde das prunkvolle Dach durch ein schlichtes, flaches Walmdach ersetzt.
  • Bis zum Verkauf an den Hotelier Piet Rothe 2010 wurde die Villa als Privathaus genutzt.

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