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Seestadt Bremerhaven
     
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Bundespräsident zeichnet Johann-Gutenberg Schüler aus: Gy8b erhält Sonderpreis für Projekt zum Perspektivenwechsel

06.06.2012

Die Klasse Gy8b der Johann-Gutenberg-Schule mit ihrem Sonderpreis.
Wie sehe ich meine Welt und wie nimmt der Rest der Welt mich wahr? Dieser Frage haben sich die Schülerinnen und Schüler der Gy8b, an der Johann-Gutenberg-Schule (JGS) gestellt. Mit ihrer Antwort dazu - einem Kurzfilm - haben sie nun, beim Schulwettbewerb des Bundespräsidenten zur Entwicklungspolitik, einen Sonderpreis bekommen. Einen Graffiti-Workshop mit dem angesagten Graffiti-Künstler Aleks van Sputto. In dieser Woche waren zwei Schülerinnen zusammen mit der Klassenlehrerin Sibylle Groß in Berlin und haben den Preis im Schloss Bellevue in Empfang genommen.

„Die gefährlichste Weltanschauung ist die derer, die sich die Welt niemals angeschaut haben“ – das wusste schon der bekannte Forscher Alexander von Humboldt. Im Deutschunterricht der Klasse Gy8b der Johann-Gutenberg-Schule in Bremerhaven Leherheide entstand daraus die Idee, mit einem entsprechenden Projekt am Schulwettbewerb des Bundespräsidenten teilzunehmen. Das Arbeitsmotto: Alles ist eine Frage der Perspektive.

Klassenlehrerin Sibylle Groß gelang es sehr schnell, das Stadttheater Bremerhaven und das Klimahaus 8°Ost als Kooperationspartner mit ins Boot zu holen. „Um eine Perspektive wechseln zu können, muss man zunächst erst einmal seine Eigene kennen“, fasst Theaterpädagogin Alexandra Luise Gesch von Stadttheater Bremerhaven – selbst vom Thema begeistert - zusammen. Die Jugendlichen mussten sich also zunächst einmal selber betrachten und dann mit Anderen vergleichen. Fragen wie: „Wer bist Du?“, oder „Was macht Dich aus?“ waren dabei genauso wichtig, wie die Frage „Was tust Du in Deiner Freizeit?“

Schließlich wurden die Schülerinnen und Schüler in Gruppen aufgeteilt und mussten sich hier mit jeweils einem Land sehr intensiv beschäftigen. Hier kam das Klimahaus mit seinen Recherchemöglichkeiten ins Spiel. Die Gruppen bekamen dort besondere Zugangsmöglichkeiten und Unterstützung. Was tut man in anderen Ländern in seiner Freizeit – und hat man überhaupt welche? Was für Wertvorstellungen gibt es dort und sind die Menschen dort vielleicht glücklicher als bei uns, oder nicht? Das waren nur einige der Fragen, die zu beantworten waren. Armutsflucht, Menschenrechte und Industrialisierung sowie das Wecken von Begehrlichkeiten und der Anspruch auf Bildung waren dabei gute Prüfsteine.

Herausgekommen ist der Kurzfilm: „Perspektive wechseln – Ich sehe was, was du nicht siehst“. Der Film zeigt auf lustige Art die Sichtweisen von jungen Menschen aus vier verschiedenen Ländern und Kulturen auf - aus Deutschland, Samoa, Kamerun und Niger. Er zeigt, wie Gleichaltrige aus diesen Ländern die jeweils anderen sehen. „Samoa klingt doch wie ein Getränk“, „In Kamerun sind die Kinder glücklicher, weil sie nicht zur Schule gehen müssen“ oder die ungefilterte Selbsteinschätzung eines Schülers „lustig, lieb, klein und klug“ zu sein, sorgen für einige herzliche Lacher. Das Projekt ist ein Zusammenspiel zwischen Bildung, Kultur und Wissenschaft in der Seestadt. Die persönlichen Erkenntnisse der Beteiligten, zur eigenen Situation als auch zum Leben auf der anderen Seite des Globus, haben ganz sicher auch zum Abbau von Vorurteilen geführt.

Als kleines Extra-Bonbon haben die Projektteilnehmer einen neuen Fragebogen für das Klimahaus entwickelt. Deren Pressesprecher Wolfgang Heumer zeigte sich von dem Ergebnis mehr als begeistert. Das Klimahaus sieht einen wesentlichen Teil seiner Aufgabe darin, den Menschen ein Gespür für die faszinierende Vielfalt des Planeten Erde und deren Verletzlichkeit aufzuzeigen. Wenn Schüler sich dadurch inspiriert fühlen, neue Fragen zu stellen, ist das aus seiner Sicht genau der richtige Schritt in die richtige Richtung.

Für Laura Schock und Kristian Kussyk aus der Projektklasse gab es dabei durchaus auch persönliche Erkenntnisse. Laura kommt zu dem Fazit, dass wir es hier in Deutschland sehr gut haben und mehr als zufrieden sein können, mit dem was wir haben. Kristian findet es großartig, dass es Menschen gibt, die ohne Geld vollkommen glücklich sind. Beide werden versuchen, dies in ihrem zukünftigen Leben im Kopf zu behalten und Wertschätzung nicht mehr so sehr von Materiellem abhängig zu machen.

In dem Graffiti-Workshop, den die Klasse als besonderen Jury-Preis erhalten hat, werden die Jugendlichen zusammen mit dem Szene-Künstler Aleks van Sputto ein Thema erarbeiten und dieses dann in ein Sprühbild umsetzen. Ob dieses Graffiti dann an der Johann-Gutenberg-Schule oder in der Innenstadt entstehen soll, wird in der Klasse demokratisch abgestimmt. Marco Butzkus

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marco.butzkus at bit.bremerhaven.de

Originaladresse des Artikels: http://www.bremerhaven.de/meer-erleben/stadtleben/bundespraesident-zeichnet-johann-gutenberg-schueler-aus-gy8b-erhaelt.49635.html
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