Direkt zum Seiteninhalt springen Direkt zum Hauptmenü springen Direkt zur Suche springen Direkt zur Hilfeseite springen
Seestadt Bremerhaven
     
Inhaltsbereich überspringen

Bremerhaven – Helgoland: Mit der „Fair Lady“ von den Havenwelten zum Roten Felsen

27.08.2012

Die berühmteste Helgoländerin: die "Lange Anna" Foto: Marco Butzkus
Seit einem Jahr gibt es wieder eine regelmäßige Fährverbindung von Bremerhaven auf Deutschlands einzige Hochseeinsel: Helgoland. Im vergangenen Jahr haben einige technische, vor allem aber wetterabhängige Umstände zu Ausfällen der Fahrten geführt – der Start war deshalb nicht so optimal. In diesem Jahr hingegen läuft alles prächtig. Bremerhaven.de-Reporter Marco Butzkus hat dem Roten Felsen mit seiner Familie einen Besuch abgestattet und sowohl Fahrt als auch Inselangebot unter die Lupe genommen. Sein Fazit: Helgoland ist immer noch und immer mehr eine Reise wert.

Bei strahlendem Sonnenschein finden wir uns im Restaurant der Inselfähre „Fair Lady“ ein. Rund drei Stunden Fahrt bei bestem Sommerwetter und spiegelglatter See liegen vor uns. Wir genießen ein leckeres Frühstück mit dampfendem Kaffee, während Leuchttürme, Seehundbänke und Schiffe an uns vorbeiziehen. Immer wieder zieht es uns auf das offene Deck des weißen Seebäderschiffes. Die frische, salzige Nordseeluft pustet richtig durch. Überall sitzen Menschen, genießen die Sonne oder schauen gedankenverloren auf die tanzenden Wellen. Plötzlich taucht ein Segelschiff am Horizont auf: der Dreimaster „Dar Mlodziezy“ auf seinem Weg nach Bremerhaven. Dann erkennen wir die Silhouette des berühmtesten Leuchtturmes der Welt: Roter Sand. Das ist die Nordsee. Wir sind auf Kurs, auf Störtebekers Piraten-Spuren zum Roten Felsen – nach Helgoland.

Eine gute Stunde später erreichen wir den Ankerplatz zwischen der Insel und der Düne – der eigenen Badeinsel Helgolands. Jetzt beginnt das Ausbooten – das Umsteigen auf kleine Börteboote mitten auf dem Wasser. Mit nordischem Charme und kräftigen Händen sind die Mitarbeiter der Helgoländer Börte jedem Passagier beim Umsteigen behilflich. Auf dem Weg zu den Landungsbrücken „küsst“ die Nordsee uns feucht und wir bekommen ein paar Spritzer Salzwasser ins Gesicht. An Land dann geht’s es zum zollfreien Einkauf - rein ins Whiskey-Paradies, eine Stange Zigaretten, etwas Schokolade dazu. Dass Ganze im Laden deponiert und dann ohne Gepäck auf einen entspannten Ausflug durch die malerischen Gassen des Inselortes. Schnell die 197 Stufen hinauf zum Oberland. Den Fahrstuhl überlassen wir unseren Eltern. Wir genießen den spektakulären Blick über den „Falm“ - die Felsenkante in Richtung Düne. Für den Rundgang zur Langen Anna reicht es heute zeitlich leider nicht. Das letzte Börteboot zu unserem Schiff fährt in gut einer Stunde. Ein wenig Wehmut kommt auf – schade, dass wir heute nicht bleiben können. Die idyllische Insel mitten im Meer lädt zum Seele baumeln lassen ein.

Nächstes Jahr, schwören wir uns, machen wir eine ganze Woche Helgoland – mindestens! Weg mit den trüben Gedanken. Einmal Nordsee um die Füße spülen lassen, den kreischenden Möven zuhören, das emsige Einbooten beobachten. Für heute allerdings heißt es: Schnell noch die Einkäufe abholen – dann ab an Bord. Wir haben das letzte Börteboot erwischt und sitzen noch nicht ganz, als die Fair Lady auch schon wieder gen Heimat aufbricht. Die Eltern bestellen sich Kaffee und Kuchen und genießen beides sichtlich. Ich trinke ein kaltes Bier und schaue noch einmal gedankenverloren durchs Bullauge auf die Insel. Und dann sehe ich sie doch noch – die prominenteste Helgoländerin: Die Lange Anna. Heute muss die Felsensäule sich nicht gegen den Trutz der stürmischen Nordsee wehren. Dennoch dürften ihre Tage gezählt sein. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Sturm und das Meer sie zu Fall bringen.

Ich nehme mein Bier und geh ans Deck der Fair Lady – die letzte Portion Nordsee genießen. Helgoland – das ist immer eine Reise wert. Als wir in Bremerhaven anlanden, sind wir glücklich und hungrig. Im Restaurant besprechen wir dann konkret die Urlaubspläne für das nächste Jahr. Wir freuen uns jetzt schon darauf, am Strand zu sitzen und den Seebäderdampfern beim Wegfahren zuzuschauen, während wir noch in der Nordsee planschen.   Marco Butzkus

 

Interview mit Klaus Furtmeier:


Frage: Noch vor Jahren gab es wesentlich mehr Schiffe, die die Insel angelaufen haben – Inzwischen sind die Schiffe weniger und kleiner. Arbeiten Sie an einer Trendwende?

Klaus Furtmeier: Im vergangenen Jahr wurde im Mai– nach drei Jahren Abstinenz – die Verbindung Bremerhaven - Helgoland wieder etabliert. Außerdem läuft derzeit mit großer Unterstützung des Landes Schleswig-Holstein ein Ausschreibungsverfahren für einen Schiffsneubau, der vermutlich zum Herbst 2014 abgeschlossen sein wird. Wie die Ergebnisse bei den Urlaubern nachdrücklich belegen, ist es gelungen, Helgoland als ganzjähriges Urlaubsziel fest zu etablieren. Selbstverständlich sind auch die Tagesgäste eine wichtige Tourismusgröße, da zum einen weite Teile des Einzelhandels und der Gastronomie darauf eingestellt sind; abgesehen davon sichert eine konstante Anzahl an Tagesgästen eine dauerhafte, ganzjährige Schiffsverbindung von verschiedenen Küstenorten.


Frage: Warum sollte man Helgoland unbedingt gesehen haben?

Klaus Furtmeier:  Die Antwort darauf gibt Ihnen externer Link:  www.helgoland.de


Frage: Wie werden die Investitionen und Veränderungen wie die neuen Ferienhäuser auf der Düne angenommen?

Klaus Furtmeier: Wir betreiben bislang 25 neue Ferienbungalows im 3-Sterne-Standard auf der Düne. Die Häuser fahren während der Vermietungszeit Anfang April bis Ende Oktober mit rund 75 Prozent  eine sensationelle Auslastung. Außerdem konnten wir dadurch bei der wichtigen Zielgruppe „Familien mit Kindern“ entscheidend Boden gut machen.


Frage: Es gab den Plan, Hauptinsel und Düne durch eine Aufspülung zu verbinden. Der Plan ist von den Helgoländern abgelehnt worden. Ist damit eine Chance für die Insel vertan?

Klaus Furtmeier: Nein, Helgoland muss vielmehr zusehen, den ohnehin knappen Platz noch besser zu nutzen. Aber wer weiß – vielleicht kommt es ja 2013 zu einer erneuten Bürgerbefragung.


Frage: Was für Pläne gibt es, die Insel noch attraktiver zu machen?

Klaus Furtmeier:  Es sind verschiedene Projekte in der Planung: Ansiedlung neuer Hotels, Qualitätssteigerung bei Hotels, Seglermarina, Ausweitung des Veranstaltungsangebotes mit attraktiven Events wie Santiano, Achim Reichel, Hardy Krüger und anderen.


Frage: Eines der größten Insel-Hotels ist langfristig an die Offshore-Branche vermietet worden. Haben Sie noch genügend Betten?

Klaus Furtmeier: Helgoland verfügt über eine Bettenkapazität von rund 2.700 Betten. Natürlich fehlen die rund 100 Betten des Hotels „Atoll“ zukünftig, die wir – auch in der Qualität – nicht ohne weiteres kompensieren können.


Frage: Die Lange Anna ist durch ihren schlechten Zustand schon seit längerem ein Sorgenkind der Insel. Wird der marode Stein saniert oder ist es absehbar, dass das Wahrzeichen Helgolands nicht mehr lange stehen wird?


Klaus Furtmeier: Eine nachhaltige Sanierung ist finanziell nicht vertretbar. Ja, vermutlich könnte sie irgendwann fallen.

Sie haben Fragen zu dieser Seite?

Marco Butzkus Dann senden Sie einfach eine E-Mail an Marco Butzkus
marco.butzkus at bit.bremerhaven.de
Icon Ihre Meinung
Bewertung dieser Seite: nicht bewertet

Originaladresse des Artikels: http://www.bremerhaven.de/meer-erleben/stadtleben/bremerhaven-helgoland-mit-der-fair-lady-von-den-havenwelten-zum-roten.52151.html
© bremerhaven.de 2009