Die Seestadt ist spitze, wenn es darum geht, zu helfen. Mit Susanne Dräger ist jetzt die 10.000 potenzielle Stammzellenspenderin in Bremerhaven registriert worden. Durch ihr persönliches Engagement kann vielleicht das Leben eines leukämiekranken Menschen gerettet werden. In Bremerhaven und dem Umland haben sich inzwischen fast neun Prozent der Bürger mit einer winzigen Blutentnahme für eine lebensrettende Stammzellen-Spende typisieren lassen. Damit ist die Unterstützung für die DKMS fast doppelt so hoch wie im bundesweiten Durchschnitt.
Dass die Bremerhavenerinnen und Bremerhavener bei ihrer Unterstützung für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) ganz vorne dabei sind, haben sie erst jüngst im Schaufenster Fischereihafen wieder unter Beweis gestellt. 5206 Menschen ließen sich dort Ende August bei der DKMS-Aktion „Lina wir schaffen das!“ in die Knochenmarkspenderdatei aufnehmen. Bei der Aktion wurden Stammzellenspender für die 22jährige Schiffdorferin Lina Reckelberg gesucht.
Die mögliche Spenderin Susanne Dräger wurde bei einer Betriebstypsierung in der Sparkasse Bremerhaven „gepiekst“ und damit unwissentlich zur Nummer 10.000. Die 26-Jährige Bankangestellte war dem Aufruf ihres Arbeitgebers gefolgt und hatte an der Typisierungsaktion für Lina Reckelberg teilgenommen. In einer Feierstunde wurden ihr jetzt von Lina eine Urkunde der DKMS und ein Blumenstrauß überreicht.
Die kranke Schiffdorferin, deren Schicksal so viele Menschen in der Region bewegt, wartet unterdessen weiterhin auf die Nachricht von einem Stammzellen-Treffer aus der DKMS-Kartei, der ihr Leben verändern könnte. Wie sie selber sagt, hat ihr die große Hilfsbereitschaft bei der Aktion im Fischereihafen viel positive Energie gegeben. Wirklich helfen aber kann Lina Reckelberg nur die Stammzellenspende eines genetischen Zwillings.
Dass es dann plötzlich sehr schnell gehen kann, erlebte der Bremerhavener Polizist Pierre Otten. Erst im März dieses Jahres hatte er sich typisieren lassen und schon zwei Monate später erhielt er die Nachricht, dass er als Stammzellenspender für einen Menschen in Hameln in Frage kommt. Der Hobby-Musiker, der bei der Band „Intotos“ singt, ist inzwischen zur Zellentnahme nach Hameln gereist. Dass er nicht erfährt, für wen konkret er spenden darf, stört ihn nicht. Dem 35-Jährigen reicht es zu wissen, dass vielleicht mit seinen Stammzellen ein Leben gerettet werden kann.
Marco ButzkusMachen Sie mit!
Lassen auch Sie sich als Stammzellenspender in die Kartei der DKMS aufnehmen oder spenden Sie ein wenig Geld, um die Typisierung anderer zu ermöglichen. Helfen Sie, aktiv Leben zu retten!
Sollten Ihre Gewebemerkmale mit denen eines Patienten übereinstimmen, gibt es zwei
Methoden (2.5 MB), Stammzellen zu spenden: In rund 80 Prozent aller Fälle passiert dies durch eine periphere Stammzellentnahme. Dabei wird dem Spender über fünf Tage hinweg ein hormonähnlicher Stoff verabreicht, um die Stammzellproduktion anzuregen. Während dieser Zeit können Sie grippeähnliche Symptome entwickeln. In einem speziellen Verfahren werden Ihnen dann, ähnlich wie beim Blutspenden, die Stammzellen entnommen.
In ca. 20 Prozent aller Fälle ist es notwendig, das Knochenmark direkt aus dem Beckenkamm (nicht Rückenmark!) des Spenders zu entnehmen. Dieser Eingriff wird unter Vollnarkose vorgenommen. Der Spender bleibt dabei für zwei bis drei Tage im Krankenhaus. Das Knochenmark selbst bildet sich binnen zwei Wochen wieder komplett nach. Das Risiko für den Knochenmarkspender beschränkt sich im Wesentlichen auf das übliche Narkoserisiko. An der der Entnahmestelle kann zudem für wenige Tage ein lokaler Wundschmerz entstehen, vergleichbar mit einer Prellung oder einem „Pferdekuss“. Alles in allem sicherlich ein vertretbarer Einsatz, wenn man dadurch zu einem Lebensretter werden kann.
Spendenkonto:
Empfänger:
DKMS-Spendenkonto Bremerhaven
Sparkasse Bremerhaven
Kontonummer: 2116480
Bankleitzahl: 29250000
Kontakt zur DKMS:
Nicole Heßmert
hessmert@dkms.de
0221 940582 3529