Direkt zum Seiteninhalt springen Direkt zum Hauptmenü springen Direkt zur Suche springen Direkt zur Hilfeseite springen
Aufgrund einer Unwetterwarnung bleibt der Weihnachtsmarkt Bremerhaven heute vorerst bis 14 Uhr geschlossen. x
Seestadt Bremerhaven
     
Inhaltsbereich überspringen

Baudenkmal im Park: Pulverschuppen erwacht aus Dornröschenschlaf

02.10.2012

Als Baudenkmal aus dem späten 19. Jahrhundert im Speckenbütteler Park wiederentdeckt: der historische Pulverschuppen. Fotos: Moritz
Pulverschuppen oder Pulvermagazin? Nie gehört! Selbst alteingesessene Bremerhavener sind ratlos, wenn sie nach einem der letzten Zeugnisse aus der frühen Zeit ihrer Stadt befragt werden. Am Rande des Speckenbütteler Parks liegt der hölzerne Schuppen von 1874, in dem einst Munition gelagert wurde, versteckt hinter hohen Bäumen, Hecken und einem Erdwall. Seit 2010 steht das historische Gebäude am Siebenbergensweg 65 unter Denkmalschutz. Jetzt erwacht es aus dem Dornröschenschlaf.

Wer von der Wurster Straße in den Weg durch den Park einbiegt, muss aufpassen, hinter der Jahnwiese den scheunenartigen Bau nicht zu verpassen. “So unscheinbar er ist, so groß ist seine Bedeutung", weiß Werner Kirschstein, Denkmalschützer im Bauordnungsamt. Der Schuppen steht für die maritime Tradition Bremerhavens als Marinestandort und Stützpunkt einer Küstenartillerie im späten 19. Jahrhundert.

Dennoch geriet das Baudenkmal viele Jahrzehnte in Vergessenheit, bis es eher zufällig im August 1990 wiederentdeckt wurde. Die kaiserliche Marineartillerie hatte es 1874 als Pulvermagazin für die Geschützfestungen Langlütjen I und II sowie Brinkamahof I und II angelegt. Kirschstein: "Der Pulverschuppen wurde eigens für Friedenszeiten gebaut. Während in den Forts die Kriegsmagazine stark befestigt waren, diente im Frieden ein einfacher Holzbau in der Leher Feldmark, fernab der Wohnbebauung, als Munitionslager."

Dass es als schlichtes, 20 Meter langes und elf Meter breites Holzgebäude mit gemauertem Sockel errichtet wurde, hatte einen einleuchtenden Grund: Bei einer Explosion der Munition sollte sich die Druckwelle durch die leichte Holzbauweise nach oben durchs dünne Dach ausdehnen. Die Umgebung wurde durch einen drei Meter hohen Erdwall geschützt, der nach fast 140 Jahren längst von mächtigen Bäumen bestanden ist. Für die Sicherheit sorgte zudem ein Wärter, der in einem Haus an der heutigen Wurster Straße untergebracht war.

Wie lange der Schuppen als Munitionsdepot diente, ist nicht mehr bekannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg vermietete die Stadtverwaltung das Pulvermagazin zunächst an einen Händler, der es als Warenlager nutzte. Mehrere Anbauten entstanden, der Schuppen wurde zum Wohngebäude umgebaut. "Erst 1990", erinnert sich Denkmalschützer Kirschstein, "entdeckte die Öffentlichkeit die ursprüngliche Bedeutung wieder."

Ohne die Vermietung an Privatleute wäre der Holzbau im Park vermutlich längst abgerissen worden, doch so konnte er gerettet werden – nicht zuletzt durch das Engagement des Fördervereins Maritimer Denkmalschutz. Inzwischen wurden die Anbauten auf drei Seiten des historischen Gebäudes abgerissen, das sich weitgehend wieder im Originalzustand präsentiert. Auch vom Erdwall und dem Wassergraben sind zwei Drittel erhalten.

Obwohl über den baumbestandenen Wall ein Rundweg führt, blieb der Pulverschuppen den meisten Spaziergängern im Speckenbütteler Park bisher verborgen. Nicht einmal auf der aktuellen Bremerhaven-Karte bei Google Maps im Internet ist das alte Gemäuer am Siebenbergensweg verzeichnet. Deshalb stellten es die Denkmalschützer mit anderen historischen Bauwerken beim Tag des offenen Denkmals am 9. September in den Mittelpunkt. Kirschstein: "Bei dieser Gelegenheit haben viele Besucher das Magazin zum ersten Mal überhaupt erst bewusst wahrgenommen, an dem sie jahrelang achtlos vorbeigefahren sind." Wilfried Moritz

Weitere Informationen: externer Link:  www.mds-bremerhaven.de/texte/seite.php?id=134255

Sie haben Fragen zu dieser Seite?

Nina Jüchtern Dann senden Sie einfach eine E-Mail an Nina Jüchtern
nina.juechtern at bit.bremerhaven.de
Icon Ihre Meinung
Ihre Meinung / Bewertung zur Seite Baudenkmal im Park: Pulverschuppen erwacht aus Dornröschenschlaf abgeben
Bewertung dieser Seite: nicht bewertet
Diese Seite wird Ihnen präsentiert von:
Anzeige
Logo Gewoba

Anzeige

Anzeige: Gewoba

Originaladresse des Artikels: http://www.bremerhaven.de/meer-erleben/stadtleben/baudenkmal-im-park-pulverschuppen-erwacht-aus-dornroeschenschlaf.52939.html
© bremerhaven.de 2009