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Seestadt Bremerhaven
     
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Alles Top Secret: Luxuriöser Sternenhimmel aus der Seestadt für VVIP‘s

07.12.2016

Ein Demonstrationssegment das Bremerhavener Sternenhimmels der Firma E.I.S. Electronics, im Dunklen. Foto: Marco Butzkus / bremerhaven.de
Als Burkhard Müller zum ersten Mal eine LED-Beleuchtung in einem Flugzeug sieht, denkt der Geschäftsführer des Bremerhavener Unternehmens E.I.S.-Elektronics: das können wir besser! Wieder in der Seestadt angekommen, entwickelt er ein LED-Beleuchtungssystem namens „Starlight“ und reicht es beim Branchenriesen Airbus ein. Der Flugzeugbauer beißt zwar nicht an, aber dafür scheint der Bremerhavener Sternenhimmel inzwischen in den luxuriösesten Privatflugzeugen der Welt. In welchen genau? - Das weiß selbst Müller nicht – alles Top Secret!

„Es ist schon etwas verwegen, was wir so tun“, sagt Burkhard Müller. „Wir nehmen ein Kunstwerk, mit einer extrem hochwertige Oberfläche, und machen mit rund 200 winzigen Löchern faktisch einen Schweizer Käse daraus“, erklärt Burkhard und lacht laut auf. Aber Kundenwunsch sei eben Kundenwunsch und wenn etwas technisch möglich ist, dann wird es eben auch gemacht. In dem Kundenkreis, der sich normalerweise für Starlight interessiert, spielen weder Kosten noch Mühen eine Rolle. „Wer von uns einen künstlichen Sternenhimmel in sein Flugzeug eingebaut haben will, der will es in der Regel genauso, wie er es sich in seiner Fantasie vorgestellt hat – ohne Wenn und Aber – und wir sind dann dafür da, dass diese Fantasie Wirklichkeit wird“, erklärt Müller weiter.

Das sei vor allem technisch gesehen äußerst anspruchsvoll. Es gehe nämlich darum, elektronische Strukturbauteile mit Kabeln miteinander zu verbinden. Mit viel Kabeln. Oft etliche Kilometer von Kabeln und die müssen alle so verlegt werden, dass sich nicht ein einziges davon mit einem anderen kreuzt. Jede einzelne der vielen hundert winzigen LED-Lampen braucht aber nicht nur ein eigenes Kabel, sondern auch eine Bohrung. Eine winzige Bohrung mit einem Durchmesser von 0,5 Millimeter. Das ist Präzisionsarbeit par excellence, denn eine Fehlertoleranz gibt es nicht. „Unsere Kunden erwarten von uns absolut 100 prozentig fehlerfreie Qualität“, führt Müller an. „Stellen Sie sich ein 10 Quadratmeter großes, handgefertigtes Deckenpaneel vor, auf dem ein Künstler eine dreidimensionale Wolkenlandschaft aus hochwertigstem Leder erschaffen hat. So eine Arbeit kostet zehntausende von Dollars und mehr“, berichtet der Ingenieur. „Und dann kommt der Kunde und sagt: Ich möchte das da Sterne durch die Wolken funkeln, bohren Sie doch mal 200 Löcher rein, aber wehe es geht etwas kaputt“, ergänzt Müller mit ernster Miene.

Was dieser Sternenhimmel letztlich kostet oder wer genau die Kunden sind, die sich so etwas in ihre Privatjets einbauen lassen, darüber verliert Müller kein Wort. Über die Kunden weiß er selber nichts. Es gibt aus Gründen der Sicherheit nicht mal Fotos von den fertigen Arbeiten. Die Aufträge werden in diesem Kundenkreis ausschließlich über ausführende Unternehmen vergeben, wie Müller glaubhaft berichtet. Dieses Marktsegment nenne sich „Head of the State Aircraft“ oder „VVIP“ und entspräche in etwa dem gleichen Interessentenkreis, der sich auch für Mega-Jachten interessiere. „In den Privatjets dieser Personen gibt es in der Regel zwei Räume in denen aufwendige Deckenpaneele zum Einsatz kommen. Aufwendig bedeutet hier, dass alleine die fertigen Paneele siebenstellig kosten können. Der eine Raum ist laut Müller der Dinningroom, in dem man Geschäftspartner beeindrucken möchte. Der Zweite ist das Schlafzimmer, in dem man sich selber etwas Außergewöhnliches gönnen will“, erklärt Müller. „Stellen Sie sich vor, Sie fliegen in einem Flugzeug von Frankfurt nach New York. Sie liegen abends in Ihrem dunklen Schlafzimmer und schauen nach oben an die Decke. Dort sehen Sie den funkelnden Sternenhimmel über dem Nordatlantik. Sie haben dann das Gefühl, Sie fliegen mit offenem Dach. Das ist absolut atemberaubend. Wenn Sie sich so etwas leisten können, dann wollen Sie es auch haben – und wir bauen es Ihnen“, schwärmt Burkhard Müller mit leuchtenden Augen.

Mit „wir“ meint Müller vor allem seine beiden Mitarbeiterinnen Daniela Andrich und Sabrina Kerschel, die überall in die Welt hinaus reisen, um den Sternenhimmel aus Bremerhaven zu installieren. Dabei brauche man sich im Übrigen nicht auf den Himmel beschränken. Starlight kann auch in Teppiche integriert werden. „Damit haben wir einem Teppich, in einem Flieger in Texas, schon mal den Effekt von Wasser bei Mondlicht gegeben“, berichtet Müller stolz. Ob er davon Fotos hat? Nein – natürlich nicht. Alles Top Secret eben.   Marco Butzkus

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