Als erste Stadt in Deutschland hat Bremen nach dem Vorbild des belgischen Gent einen Vegetarier-Tag eingeführt. Jeweils donnerstags nehmen etliche Großküchen und Gaststätten Fleischgerichte von der Speisekarte und bringen ausschließlich Vegetarisches auf den Tisch. Wenn es nach dem Magistrat geht, soll Bremerhaven möglichst bald nachziehen. „Dadurch", so Stadträtin Lückert, „kann das Bewusstsein in der Bevölkerung für die Gefahren übermäßigen Fleischgenusses geschärft werden."
Während die Gesundheitsdezernentin auf die zunehmende Zahl von Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Folge des fleißigen Fleischessens verweist, warnt Holm vor den Gefahren für das Weltklima. „Die rund 114 000 Einwohner Bremerhavens könnten der Atmosphäre eine Kohlendioxid-Belastung von 8500 Autos pro Jahr ersparen, wenn sie 52 fleischlose Tage im Jahr einlegten", gibt der Umweltstadtrat zu bedenken. Zudem seien 16 Gramm Pflanzeneiweiß nötig, um ein Gramm tierisches Eiweiß zu produzieren. In Südamerika würden daher weiter die Regenwälder abgeholzt, obwohl sie Kohlendioxid absorbierten.
Die beiden Magistratsmitglieder wollen die Gesundheitswoche nutzen, die Besucher in der Stadthalle, Krankenhäuser, Seniorenheime und andere Einrichtungen „ohne erhobenen Zeigefinger" (Holm) für einen Veggi Day zu gewinnen. Während der Veranstaltung gibt es am Sonntag, 5. September, ab 15 Uhr zwei Fachvorträge. Prof. Dr. Carsten Harms spricht über das Thema „Umwelt und Gesundheit und die Auswirkung der Umwelt auf die Genetik des Menschen (Epigenetik)". Dipl.-Ing. Kirsten Buchecker informiert über „Gesundheitsaspekte der vegetarischen Ernährung und Klimaeffekte bei der Herstellung vegetarischer Eiweißprodukte (Pflanze, Fleisch, Fisch)".
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