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Großes Filmspektakel umsonst und draußen: "Kino im Hafen" zeigt den legendären "Seewolf"

14.06.2010

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Kino im Hafen
Zum 15. Mal großes Filmspektakel umsonst und draußen im Schaufenster Fischereihafen: Mit einem attraktiven Programm lockt "Kino im Hafen" am Freitag, 6. August, und Sonnabend, 7. August, wieder Tausende Zuschauer an. Über die riesige Leinwand flimmert am 6. August die Oscar-gekrönte Tierdokumentation "Die Reise der Pinguine". Einen Tag später ist die Kinofassung des legendären ZDF-Vierteilers "Der Seewolf" von 1972 mit Raimund Harmstorf in der Titelrolle zu sehen.

Kino im Hafen" gehört seit 1996 zum festen Programm des Bremerhavener Kultursommers und ist eines der erfolgreichsten Freiluftkinos in Deutschland. Organisator Bernd Glawatty, Leiter des Kulturladens Grünhöfe, gelingt es immer wieder, für die einzigartige Kultveranstaltung berühmte Filme mit maritimem Bezug und erfolgreiche Streifen der vergangenen Jahre nach Bremerhaven zu holen.


Beide Vorstellungen beginnen mit Einbruch der Dunkelheit gegen 22 Uhr. Ab 21 Uhr läuft das Vorprogramm. Bis zu 9000 Kinogänger pilgern an beiden Abenden zu der Open-Air-Schau, in deren Mittelpunkt die an 20 Containern befestigte Leinwand steht. Die erreicht mit 180 Quadratmeter Fläche locker die Ausmaße einer Sieben-Zimmer-Wohnung. Unterstützt wird das Projekt von zahlreichen Firmen aus Bremerhaven und umzu als Sponsoren.

In seiner atemberaubenden Tierdokumentation „Die Reise der Pinguine" erzählt der französische Biologe und Filmemacher Luc Jacquet vom außergewöhnlichen Lebenszyklus der Kaiserpinguine. Eine abenteuerliche, voller Gefahren und Herausforderungen steckende Parabel über Leben und Tod, die dominiert wird von der Liebe eines seltsamen, aber putzigen Vogels und dem Fortbestand seiner Rasse.

Der Film erhielt 2005 einen Oscar als bester Dokumentarfilm. Er ist als eine Erzählung angelegt, in der drei Sprecher die Perspektive der Pinguine einnehmen. Sie berichten von den Ritualen, die jeden Februar mit Ende des antarktischen Sommers beginnen und letztlich nur einem dienen: dem Erhalt der Rasse. Luc Jacquet bezeichnet die Kaiserpinguine in seinem Film als „Volk der Verdammten", weil sie Jahr für Jahr die gleichen Strapazen und Gefahren auf sich nehmen müssen. Häufig endet die Reise der Pinguine mit dem Tod vieler Familienmitglieder. Sei es, weil sie den Anstrengungen des langen Marsches nicht gewachsen sind, Opfer der Seeleoparden werden oder - im Fall der Küken - ein Ei frühzeitig erfriert, zerbricht oder ein frisch geschlüpfter Pinguin zur Beute von Sturmvögeln oder Raubmöwen wird. Faszinierend ist nicht nur der anschaulich dargestellte Überlebenskampf, faszinierend sind auch die Bilder aus der unwirtlichen, an einen fremden Planeten erinnernden Eislandschaft.

Am zweiten „Kino im Hafen"-Abend flimmert die Kinofassung des vierteiligen TV- Straßenfegers „Der Seewolf" von Wolfgang Staudte nach dem Abenteuerroman von Jack London über die Leinwand. Der spannende Inhalt: In der Bucht von San Francisco findet Humphrey van Weyden die Rettung nach einem Schiffsunglück an Bord der „Ghost". Doch der Kapitän ist „sein" Frisco Kid, den er aus Schultagen kennt - jetzt Wolf Larsen. Der quält die ganze Mannschaft bis aufs Blut und ist unschlagbar durch seine unbezähmbare Kraft. Und dann kommt auch noch eine Frau an Bord, Maud Brewster, die Tochter eines Verlegers. Kurzerhand überwältigt van Weyden mit Maud den Kapitän, flieht - und wird ein „Robinson Crusoe" auf einem Eiland.

Jahre später ist van Weyden nach gelungener Rettung selbst Schiffseigner und bekommt eine Spur, die ihn zu Wolf Larsen führt. Und tatsächlich stößt er in der Südsee nicht nur auf Perlen und Eingeborene, die zu Sklaven gemacht wurden, sondern auch auf Wolf Larsen. Erblindet zwar, aber noch immer mit scheinbar unbezwingbarer Kraft...

Die einzelnen TV-Folgen von Regisseur Wolfgang Staudte („Der Untertan", „Rosen für den Staatsanwalt") hatten Spielfilmlänge und liefen zur besten Sendezeit. „Der Seewolf" wurde zu einem der größten Erfolge in der Geschichte des ZDF. Die Frage, ob die Kartoffel, die Raimund Harmstorf alias Wolf Larsen in Mugridges Kombüse mit der bloßen Hand zerdrückte, nun roh oder gekocht war, beschäftigte die gesamte Nation.



  • Weitere Informationen zu „Kino im Hafen" in der PDF:  Pressemappe (1,4 MB)






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