„Das Gehirn lernt immer" und „Lernen funktioniert natürlicherweise nur selbstorganisiert!": Mit diesen Erkenntnissen aus der Unterrichtsforschung stimmte Herold die fachkundigen Gäste auf den Lernkongress ein. Seit zwei Jahren begleitet und berät der Unterrichtsentwickler die KLA. Inzwischen beherrschen die Lehrer der KLA die Werkzeuge des Selbstorganisierten Lernens (SOL) schon recht sicher.
Mit Dagmar Engfer und Regina Dräger ging es für zwei Stunden auf Erkundungstour im Einzelhandel, Katrin Molthan präsentierte das Konzept am Beispiel der Tourismusbranche, bei Bernhard Kamp hieß es „H & M kommt nach Bremerhaven", Markus Wehner demonstrierte, wie aus Buchführungs-Bausteinen ein Turm entsteht, Carl-Hermann Meyer befasste sich in seinem Beitrag mit Termin- und Zeitplanung, und das Quintett Susanne Bransi, Bernd Lachmuth, Hildegard Ziegler-Gräbel, Manuela Barton und Peter Reckemeyer wusste von „farbigen Stunden" in der Einjährigen Höheren Handelsschule und dem Beruflichen Gymnasium zu berichten, und Mathias Geisberger, Sven Heidemeyer und Jürgen Sosna suchten Antworten auf die Fragen „Wo bleibt das Geld? Wo bleibt die Ware?".
So verschieden die Beiträge auch waren: Allen gemeinsam war das Anliegen, die Schüler zu mehr Eigenverantwortung für ihr Lernen anzuregen. „Dazu gehört ein ganzes Bündel sich ergänzender Elemente", so Projektleiter Carl-Hermann Meyer (KLA/Lehrerfortbildungsinstitut): „Überblick verschaffende Lernlandkarten gehören ebenso dazu wie aktivierende Methoden, ergänzende Formen der Notenfindung und schließlich eine andere Lehrerrolle. Ich werde zunehmend zum Lern-Coach oder Lernbegleiter."
Und wie kommen die Schüler mit dem Konzept klar? Die Auszubildende Celin Oliveira da Silva (ttz) zeigte in ihrer Kurzpräsentation, dass sie schon manche Lektion gut gelernt hat. Mareike Speetz, Auszubildende bei der Nordsee GmbH, gefällt, dass ihre Lern-Aktivitäten angemessen geschätzt werden. Zuspruch gibt es auch aus der Wirtschaft. Für Horst Lüdtke von der Handwerkskammer haben die KLA „ein Fenster aufgestoßen", und Petra Niemeyer-Ruth vom Gartencenter Wassenaar ist immer „offen für mehr Selbstorganisation".
Projektleiter Meyer vergleicht das Konzept mit dem Wechsel von der Hochsprungtechnik Straddle zum erfolgreicheren Fosbury Flop: „Die höher aufgelegte Hochsprunglatte sind für mich die Schlüsselqualifikationen, die Sprungtechnik entspricht dem neuen Unterrichtskonzept. Jetzt fehlen nur noch lernfördernde Klassenzimmer und Lernlandschaften, damit wir auch weich landen."
Originaladresse des Artikels: http://www.bremerhaven.de/meer-erleben/stadt-haus/pressemitteilungen/2010/02/18/erfolgreicher-kongress-kla-auf-dem-weg-zum-selbstorganisierten-lernen.26698.html
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