Schulz weiter: „Der Boom der Offshore-Windenergie ist unübersehbar ... Bau, Montage und Wartung von Windrädern für den Meeresgrund haben sich zu einem neuen industriellen Kern entwickelt." Schon jetzt habe der Jobmotor Windkraft 1000 neue Arbeitsplätze gebracht, 700 weitere seien geplant.
Der Jahresrückblick des Oberbürgermeisters im Wortlaut:
Liebe Bremerhavenerinnen und Bremerhavener,
wenige Tage noch, dann gehören das Jahr 2009 und das erste Jahrzehnt des neuen Jahrtausends der Vergangenheit an. In dieser Zeit zwischen den Jahren ist es eine gute Tradition, auf das alte Jahr zurückzuschauen und einen Ausblick auf das neue zu wagen.
Hinter uns liegen zwölf Monate, die weltweit von den Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise geprägt waren. Auch unsere Seestadt blieb von den Folgen der Rezession nicht verschont: Als einer der größten Logistikplätze Europas bekam der Wirtschaftsstandort Bremerhaven die negativen Seiten der Globalisierung zu spüren. Nachdem die internationale Verflechtung der Wirtschaft zuvor alljährlich für Rekordwachstum gesorgt hatte, war sie 2009 die Ursache für erhebliche Einbußen vor allem auf dem Container-Terminal und beim Autoumschlag. Die Beschäftigten in den Überseehäfen müssen schwierige Zeiten durchmachen.
Und dennoch: Trotz dieser Schwierigkeiten war 2009 für Bremerhaven ein gutes Jahr, zumal wir ohnehin durch leidvolle Erfahrungen gelernt haben, Probleme entschlossen anzupacken und zu meistern. Dass uns die Wirtschaftskrise weniger als andere Städte getroffen hat, zeigt sich an der positiven Entwicklung des Arbeitsmarkts. Ende November dieses Jahres sank die Erwerbslosigkeit in der Stadt Bremerhaven auf 14,4 Prozent. Diese Quote ist zwar immer noch zu viel und wird uns weiter anspornen, neue Jobs zu schaffen. Doch entgegen dem Bundestrend ging die Arbeitslosigkeit in Bremerhaven in zwölf Monaten um 0,6 Prozentpunkte zurück. Und seit der Einführung des Arbeitslosengeldes II, also der Hartz-IV-Reform, sogar um mehr als zehn Punkte von 25 auf 14,4 Prozent.
Diese Zahlen sind der Beweis, dass der Strukturwandel in unserer Stadt auf einem guten Weg ist. Die wirtschaftliche Neuausrichtung hat 2009 Früchte getragen. Das Jahr wurde beherrscht von der Eröffnung des Klimahauses 8º Ost am 27. Juni und seinem Riesenerfolg, der alle Erwartungen übertraf. In einem halben Jahr besuchten bereits rund 400.000 Menschen den neuen Publikumsmagneten, viele von ihnen Touristen, die Bremerhaven kennen und schätzen gelernt haben. Und es gab kaum eine größere Zeitung in Deutschland, die nicht über die neue Attraktion berichtete.
Mit dem Start des Klimahauses wurden die Havenwelten komplett, mit denen Bremerhaven zu einer festen Größe im Städtetourismus zu werden verspricht. Sie strahlen nicht nur auf die gesamte Innenstadt aus. Ebenso wichtig ist es, dass sich Bremerhaven mit den Havenwelten und den renommierten wissenschaftlichen Einrichtungen auch als interessante Tagungsstadt profiliert. Immer mehr Reise- und Kongressveranstalter werden auf unsere Stadt aufmerksam, die jetzt ausreichende Kapazitäten für größere Konferenzen anbieten kann. 2009 fanden in unserer Stadt daher so wichtige Tagungen wie der Deutsche Fleischerverbandstag mit mehr als 500 Vertretern der Fleischerinnungen aus der ganzen Bundesrepublik, der Bremer Logistiktag (über 400 Teilnehmer), der Verbandstag des Norddeutschen Fußballverbands und der hochkarätig besetzte Extremwetterkongress statt.
Doch auch außerhalb der Havenwelten ist es 2009 mit Bremerhaven weiter aufwärts gegangen, wie Besucherinnen und Besucher unserer Stadt immer wieder anerkennend feststellen. Der Boom der Offshore-Windenergie ist unübersehbar - im südlichen Fischereihafen ebenso wie im Norden der Stadt. Bau, Montage und Wartung von Windrädern für den Meeresgrund haben sich zu einem neuen industriellen Kern entwickelt. Zu einem Jobmotor, der bereits 1000 Arbeitsplätze geschaffen hat und noch weitere 700 bringen wird.
Ein Meilenstein beim Ausbau Bremerhavens zum Zentrum der Offshore-Windkraft war die Ansiedlung des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) Anfang 2009. Mit diesem Institut der international angesehenen Fraunhofer-Gesellschaft spielen wir in der „Champions League der Erneuerbaren Energien" - so der ehemalige Bundesumweltminister Sigmar Gabriel bei seinem Besuch in Bremerhaven. Im Endausbau werden im IWES rund 100 hochqualifizierte Mitarbeiter tätig sein. Die Erweiterung des Biotechnologiezentrums BioNord im Frühjahr 2009 hat das wissenschaftliche Potenzial unserer Stadt ebenfalls erweitert. Und dass die Hochschule Bremerhaven bundesweit einen hervorragenden Ruf genießt, wurde 2009 erneut deutlich: Zum Wintersemester schrieben sich 850 Studentinnen und Studenten neu in unserer Hochschule ein - fast 130 mehr als 2008.
Wir Bremerhavenerinnen und Bremerhavener haben also allen Grund, mit dem zu Ende gehenden Jahr zufrieden zu sein, und ich bin überzeugt, dass wir auch 2010 unsere Chancen nutzen werden. Dazu wird natürlich vor allem die Sail Bremerhaven vom 25. bis 29. August 2010 beitragen. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass sich unsere Stadt dabei von ihrer schönsten Seite zeigen kann! In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein frohes, besinnliches Weihnachtsfest und ein erfolgreiches und gesundes neues Jahr.
Jörg Schulz
Oberbürgermeister
Originaladresse des Artikels: http://www.bremerhaven.de/meer-erleben/stadt-haus/pressemitteilungen/2009/12/23/ob-schulz-2009-war-fuer-bremerhaven-ein-gutes-jahr.25591.html
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