"Unser Ziel ist mehr Zufriedenheit im Unterricht, und dazu gehört das Recht der Schülerinnen und Schüler auf ungestörtes Lernen", sagt Schulleiter Jochen Schlegel. Für die Raabeschule habe es Handlungsbedarf gegeben, weil "einige wenige Schülerinnen und Schüler" immer wieder den Unterricht störten. Schlegel: "Darunter leiden alle Beteiligten, häufig auch die Störer selbst."
Das Programm, so der Schulleiter, baue auf dem Grundsatz des gegenseitigen Respekts auf und setze voraus, dass jeder Jugendliche die Rechte seiner Mitschüler und Lehrer achte. Wer diese Regeln nicht beachte, werde vor die Entscheidung gestellt, aus dem Unterricht zu fliegen oder das eigene Verhalten sofort zu ändern. Von Schülern, die sich zum Bleiben entschließen, wird fortan Einsicht und Besserung erwartet - ansonsten werden sie beim nächsten Vorfall aus dem Klassenraum verbannt.
Für die Störer richtet die Schule den Trainingsraum ein, in dem sie in sich gehen und mit Hilfe einer Lehrerin oder eines Lehrers einen Plan für ihr künftiges, positives Verhalten im Unterricht aufstellen sollen. Schlegel: "Mit diesem Plan gehen sie dann zurück in die Klasse, um die Lösungen mit ihrer Lehrerin oder ihrem Lehrer zu besprechen."
Auf das neue Konzept hat sich das Kollegium der Wilhelm-Raabe-Schule bei einer Fortbildung intensiv vorbereitet, für die der Schulförderverein und das Lehrerfortbildungsinstitut (LFI) Finanzspritzen beisteuerten. Die Lehrerinnen und Lehrer fanden bereits einen geeigneten Raum für die Umsetzung des Programms. Das Personal wird zunächst von der Schule gestellt, doch die erhofft sich für die dauerhafte Umsetzung personelle Unterstützung von der Stadt.
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