Sehr geehrte Frau Stöllger,
Ihre Kritik an die Stadt Bremerhaven ging über das Kommentar- und Bewertungsformular von www.bremerhaven.de bei uns ein und wurde zuständigkeitshalber an den Unterzeichner als Ansprechpartner der Innerstädtischen Kaufmannschaft weitergeleitet.
Zunächst einmal freuen wir als Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Stadt, die zugleich für die Tourismusförderung verantwortlich ist, dass Sie - nach langer Zeit - von dem Besuch Ihrer Heimatstadt Bremerhaven sehr angetan waren.
Zugleich können wir verstehen, dass Sie enttäuscht waren, als Sie bei Ihrem am Sonntag geplanten ausgiebigen Einkaufsbummel in der Fußgängerzone und im Columbus Shopping Center vor verschlossenen Türen standen.
Der Grund hierfür ist nicht, wie Sie in Ihrem berechtigten Ärger vermuten, dass Bremerhaven „die Provinzstadt von früher" ist, sondern das Ladenschlußgesetz des Landes Bremen.
Nach diesem Gesetz darf man im Bundesland Bremen, und damit auch in der Stadt Bremerhaven, nur an vier Sonntagen im Jahr die Ladengeschäfte an einem Sonntag öffnen. Darüber hinaus wurde im Gesetzt festgelegt, dass der verkaufsoffene Sonntag fünf zusammenhängende Stunden nicht überschreiten darf, nicht vor 11 Uhr beginnen und spätestens um 18 Uhr enden muss.
Nur mit großen Kraftanstrengungen und vielen politischen Diskussionen gelang es der Stadt Bremerhaven, für das Gebiet zwischen Alter Hafen, Museumshafen und Weser eine Ausnahme zu erwirken, in dem dort von 20 der 40 nach §
9 Abs.
3 des Landesgesetzes bestimmten Sonn- und Feiertage zusätzlich Waren, die für die touristische Nutzung von Bedeutung sind, verkauft werden dürfen. Diese Regelung kann nur vom MEDITERRANEO genutzt werden.
Die innerstädtische Kaufmannschaft bedauert diese Festlegungen des Landesgesetzes im Sinne seiner Besuchern und Kunden ganz außerordentlich. Aber gegenwärtig bewegen sich die politische Diskussion in verschiedenen Bundesländern, die ihren Tourismusregionen einen Sonntagsverkauf erlauben, in eine vergleichbare Richtung: Dem Druck der Kirchen und Gewerkschaften folgend eine Reduzierung der verkaufsoffenen Sonntage bzw. der Angebotsinhalte der geöffneten Ladengeschäfte vorzusehen.
Wir würden uns freuen, wenn Sie nach dieser Erläuterung weniger verärgert sind und es Ihnen leichter fällt, Bremerhaven auch schon in naher Zukunft wieder einen Besuch abzustatten.
Mit freundlichen Grüßen
BIS Bremerhavener Gesellschaft
für Investitionsförderung und Stadtentwicklung mbH
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