Danach freundete sie sich mit dem Jungbären Lloyd an, der aus dem Tiergarten Schönbrunn in Wien nach Bremerhaven gekommen war. Sie erteilte dem Jungspund so manche Lektion, daher hat Lloyd die „Grande Dame“ immer respektiert. Sie war sehr selbstbewusst und hatte ein ruhiges ausgeglichenes Wesen. Es gab viele schöne Momente mit Irka, einer der schönsten war sicherlich sie zum ersten Mal durch die große Wasserlandschaft des neuen Zoos schwimmen und tauchen zu sehen.
Irka gehörte mit ihren stolzen 34 Jahren zu den ältesten Eisbären auf der Welt, nur wenige Zoobären überschreiten 30 Jahre, das Durchschnittsalter in der Wildbahn ist umstritten, wahrscheinlich werden die Bären oft nicht älter als 20.
Irka war bis zu ihrer letzten Lebensphase fit und nie ernsthaft krank. Kleinere Altersgebrechen konnten, ähnlich wie beim Menschen, mit Nahrungsergänzungen und wirksamen Medikamenten gelindert werden. Jedoch machte sich in den letzten Wochen ihr hohes Alter deutlich bemerkbar. Sie verlor schrittweise Koordinierungs- und Orientierungsvermögen, daher war ein sicheres Laufen nicht mehr möglich. Ihre Blutwerte wiesen auf Veränderungen der Leber hin.
Die Sektion in der Tierärztlichen Hochschule in Hannover ergab als Hauptbefund einen großen Lebertumor sowie weitere Nebenbefunde.
Die Angestellten des Zoos, wie sicher viele andere Bremerhavener auch, sind sehr traurig.
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