Neue Attraktion in den Havenwelten
03.07.2009
Reise um die Welt im Klimahaus® Bremerhaven 8° Ost
Eines der bewegendsten Themen unserer Zeit steht im Mittelpunkt der weltweit einmaligen Besucherattraktion in den Bremerhavener Havenwelten: Mit dem neuen Klimahaus® Bremerhaven 8° Ost ist mitten in der Stadt eine spektakuläre Wissens- und Erlebniswelt entstanden, die wissenschaftlich fundiert Daten, Fakten und Phänomene zu den Themen Klima und Klimaschutz spannend aufbereitet präsentiert und erlebbar macht.
Die Hauptattraktion unter den vier Ausstellungsbereichen ist die „Reise“: Sie führt an einem Tag rund um die Welt, immer entlang des achten östlichen Längengrades, auf dem Bremerhaven liegt. Authentisch erleben die Besucher unterschiedlichste Klimazonen – von der erfrischenden Kühle auf einer Alm in der Schweiz über die Gluthitze der Sahelzone bis zur Eiseskälte der Antarktis und der wechselhaften Witterung in Norddeutschland.
Der Schutz des Klimas vor einem tief greifenden, vom Menschen verursachten Wandel gehört zu den derzeit größten politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen weltweit. Dass dieses Thema ausgerechnet in Bremerhaven im Zentrum einer neuen Kategorie von Freizeitattraktion steht, kommt nicht von ungefähr. „In der Stadt ist mit dem Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung eine der führenden Einrichtungen der internationalen Klimawissenschaft ansässig“, erläutert Klimahaus®-Geschäftsführer Arne Dunker. Dazu kommt: „Hier an der Nordseeküste sind Klimaphänomene besonders eindrucksvoll zu erleben; außerdem ist hier Wetter aus allen Klimazonen der Erde zu spüren.“
Beide Aspekte standen Pate, als Petri & Tiemann, die renommierten Planer von innovativen Besucherattraktionen, die erste Ideenskizze für das Klimahaus Ende 2000 entwarfen. Mittlerweile haben diese Ideen Gestalt gewonnen. Auf insgesamt rund 11.500 Quadratmeter Ausstellungsfläche bietet das Klimahaus® einzigartige Erlebnisse und fundierte Informationen. Das Projekt ist die erste Wissens- und Erlebniswelt, die sich einem derart komplexen Thema wie dem Klima widmet.
Mit 4800 Quadratmetern nimmt die „Reise“ den größten der vier Ausstellungsbereiche im Klimahaus® ein. Von Bremerhaven ausgehend führt sie entlang des achten östlichen Längengrades. An neun Stationen werden dabei die unterschiedlichen Klimazonen unserer Erde veranschaulicht:
So können die Besucher der Reisestation „Schweiz“ beobachten, wie der Klimawandel bereits heute das Leben der Menschen im Isenthal verändert. Einige Ausstellungsräume weiter empfängt tropische Wärme die Besucher der Reisestation „Kamerun“. Der westafrikanische Regenwald bei Nacht bietet Gerüche und Geräusche von faszinierender Exotik – und Einblicke in das Geschäft mit der Abholzung. Platzregen und üppig grüne Schluchten erwarten die Besucher in Aleipata auf Samoa, bevor ihr Weg sie mitten durch eine beeindruckende Aquarienwelt führt, die einen faszinierenden Blick auf ein Saumriff aus lebenden Korallen bietet. „Diese Reise macht eindrucksvoll deutlich, wie das Leben der Menschen auf unserem Planeten vom Klima beeinflusst wird und welche Veränderungen uns bevorstehen. Das sensibilisiert unsere Besucher für gezielten Umwelt- und Klimaschutz“, erläutert Dunker.
Im Ausstellungsbereich „Elemente“ können Besucher Klimaexperimente selbst durchführen: Feuer, Erde, Wasser und Luft bilden die Basis, um Miniatur-Stürme zu verursachen und Vulkanausbrüche mitzuerleben. Mehr als 100 interaktive Exponate veranschaulichen die Physik des Klimas, seine komplexen Zusammenhänge und beeindruckenden Phänomene.
Die „Perspektiven“ kennzeichnen den dritten Ausstellungsbereich, in dem es um das Klima unserer Vergangenheit, Gegenwart und die Auswirkungen auf die Zukunft geht. Im vierten Ausstellungsbereich, den „Chancen“, werden dem Besucher Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt: So kann er z. B. in Themenkammern spielerisch testen, wie er im Alltag seinen persönlichen Beitrag zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes leisten kann. Jeder Ausstellungsbereich ist so konzipiert, dass er unabhängig von den anderen besucht werden kann.
Arne Dunker: „Im Klimahaus® können Besucher in eine facettenreiche Erlebniswelt eintauchen, die aus Rauminszenierungen, Sinnes-Stationen, Multimedia-Installationen, fremdartigen Tieren und Pflanzen und vielem mehr besteht. So werden Touristen, Familien und Schulklassen zu Entdeckern, Forschern und Klima-Verbündeten – eine weltweit einmalige Konzeption.
Mit Partnern wie dem weltbekannten Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, dem Max-Planck-Institut für Meteorologie und dem Deutschen Wetterdienst verfügt das Klimahaus® Bremerhaven 8° Ost über die Kompetenz und das Potential, seine Ausstellung fortlaufend gemäß den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu aktualisieren.
Eine Vorreiterrolle, die sich auch in der unverwechselbaren architektonischen Gestaltung des Klimahauses® widerspiegelt. Das Gebäude verfügt über eine Außenhülle aus mehr als 4700 einzeln angefertigten Glasscheiben. Die 1200 Tonnen schwere Stahlkonstruktion als Fassadenträger greift Elemente aus dem Schiffbau auf und umschließt das einzigartige Gebäude. Auch bei der Energieversorgung setzt das Klimahaus® Maßstäbe: Mit Technologien wie der Betonkernaktivierung, der Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung und einer natürlichen Belüftung wird Klimaschutz auch in der Bauweise konsequent umgesetzt.
Bildergalerie zum Beitrag

Klimahaus® Bremerhaven 8° Ost Außenansicht

Klimahaus® Bremerhaven 8° Ost mit Beleuchtung

Klimahaus® Bremerhaven 8° Ost - Querschnitt

Bis zu 8 Meter hoch: Modell des Gletschers Blüemlisalpfirn

Durch die Schweizer Bergwelt geht es zum Gipfelkreuz

Überdimensionierte Insekten und Grashalme dominieren die zweite Reisestation Sardinien. Eine scheinbar achtlos weggeworfene alte und verbeulte Getränkedose stört die grüne Landschaft. In mehreren Terrarien leben inseltypische Insekten und Kleintiere.

Maler legen letzte Hand im Ausstellungsbereich Niger an. Im Hauptraum zeigt eine über 200 qm große Fläche die Steinwüste des westafrikanischen Staates.

Eine kahle Fläche dominiert den Niger. Bei bis zu 35 Grad Celsius trockener Hitze erleben die Besucher die Weite der Wüste und den Alltag der Tuareg.

Dr. Lutz Fischer, Leiter der Vivaristik-Abteilung des Hauses, im Waran-Terrarium

Eine nachgebildete Flusslandschaft mit Hängebrücke aus Kamerun.

Die Antarktis wird vereist. In der Kältekammer sind der Boden und die Wände mit echtem Eis bedeckt und die Temperaturen sinken auf bis zu -6 Grad Celsius.

Durch die Atmosphäre gelangen die Besucher von der Antarktis nach Samoa. Atmosphärische Klänge und funkelnde Sterne untermalen die Wanderung.

Foua Toloa (vorne links), sein Sohn Vaniah (zweiter von links) und dessen Cousins errichten im Ausstellungsbereich eine Original-Fale. Nach drei Tagen haben sie die Wohnfale fertiggestellt. Wärme und hohe Luftfeuchtigkeit vermitteln gemeinsam mit den Rauminszenierungen den Eindruck, wirklich auf Samoa zu stehen.

Im Ausstellungsbereich Alaska begegnen Besucher einer Pottwalfluke in Originalgröße. Die Ureinwohner Alaskas, die Yupik, leben vom fischen und jagen.