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Sonderausstellung im DAH: Nach New York - „In Hamburg kannten wir doch keinen.“

10.08.2011

Sonderausstellung über Aus- und Rückwanderer von Amrum und Föhr

Wer den 77-jährigen Hinrich Carstensen mit Jeans und Baseballmütze auf Föhr sieht, ahnt, was es heißt, zwei Heimaten zu besitzen. Foto: Stefan Volk
14. August bis 30. November 2011

Ein schimmerndes Goldnugget macht den Anfang – nicht nur in der neuen Sonderausstellung des Deutschen Auswandererhauses Bremerhaven, sondern auch, als 1848 Gold in Kalifornien gefunden wurde. Damals begannen die Bewohner von Amrum und Föhr, in die Neue Welt aufzubrechen. Und schon bald entstand eine Tradition: Wer mehr erreichen wollte, als von der harten Seefahrt und der kargen Landwirtschaft zu leben, der ging ins ferne Nordamerika – nicht in die nahe gelegene, boomende Hafen- und Industriestadt Hamburg.

„In der Hansestadt kannte man niemanden, der einem beruflich helfen konnte, während im gelobten Land bereits dutzende gut vernetzte Verwandte und Freunde lebten“, erläutert Katrin Quirin, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin des Deutschen Auswandererhauses die Ausstellung kuratierte. „Einem ausgewanderten Amrumer und Föhrer folgten oft weitere. Dieses als Kettenwanderung bezeichnete Phänomen war auf beiden Nordfriesischen Inseln stark verbreitet“, sagt Katrin Quirin.

Bevor die beiden Nordfriesischen Inseln zu beliebten Ferienzielen aufstiegen, wanderten in den 1950er und 1960er Jahren viele Amrumer und Föhrer nach New York aus. Dort ließ sich „gutes Geld” verdienen – zum Beispiel in einem der vielen kleinen Lebensmittelgeschäfte (Engl.: „Deli“), die es in der Metropole auch heute noch an jeder Ecke gibt. Obwohl sie wenig Englisch sprachen, mussten sie vom ersten Tag an die Kundschaft bedienen. Chefs und Kollegen kannten dabei kein Pardon und so hieß es: „Get out – sink or swim” („Los – schwimm oder geh unter”). Manche der Nordfriesen kauften später sogar ihren eigenen Laden. Zahlreiche Erinnerungsstücke an diese Zeit, wie den ersten verdienten Dollar oder das Rezept für den hausgemachten Kartoffelsalat, den sie in ihrem Deli verkauften, haben sie bis heute aufbewahrt.

Einige der Auswanderer waren jedoch nur „Auswanderer auf Zeit” und kehrten nach einigen Jahren wieder heim, um etwa den elterlichen Hof auf Amrum oder Föhr zu übernehmen. Es gab kaum größere Gegensätze: dort die quirlige Großstadt, hier das platte Land. Die Auswanderung auf Zeit sei eine weitere Besonderheit dieses ungewöhnlichen Kapitels deutscher Auswanderungsgeschichte, erklärt Katrin Quirin: „Rückwanderungen gab es zwar in ganz Deutschland, aber auf den beiden Inseln lag ihre Zahl im 20. Jahrhundert bei über 22 Prozent – deutschlandweit im Vergleich bei 18 Prozent.“ Vor allem die Geschichte dieser Rückkehrer erzählt die Sonderausstellung im Deutschen Auswandererhaus anhand von sechs spannenden Lebenswegen.

Die Ausstellung „Nach New York: ‚In Hamburg kannten wir doch keinen.’ Aus- und Rückwanderer von Amrum und Föhr“ läuft bis zum 30. November 2011. Oral History-Dokumente an Hörstationen, familiäre Erinnerungsobjekte und zahlreiche Fotos von damals und heute zeigen, wann und warum die alte Heimat wichtiger sein kann als Geld und Gold.

Die Ausstellungsgestaltung übernahm Studio Andreas Heller Architects & Designers aus Hamburg. Die aktuellen Fotos der Amrumer und Föhrer stammen von dem Hamburger Fotografen Stefan Volk. Das die Ausstellung begleitende Buchprojekt wird ermöglicht durch die freundliche Unterstützung von Professor Dr. h.c. mult. Frederik Paulsen.

Der Eintrittspreis ist im Museumseintrittspreis inbegriffen. Das Museumsrestaurant „Speisesaal – Steak & Fish“ bietet während der Laufzeit der Sonderausstellung nordfriesische Spezialitäten an. Für Gruppen gibt es besondere Angebote.

Weitere Informationen: externer Link:  www.dah-bremerhaven.de


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Originaladresse des Artikels: http://www.bremerhaven.de/meer-erleben/sehenswertes/museen-erlebniswelten/deutsches-auswandererhaus-bremerhaven/sonderausstellung-im-dah-nach-new-york-in-hamburg-kannten-wir-doch-keinen.41331.html
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