Der Erweiterungsbau des Deutschen Auswandererhauses in Bremerhaven schreitet voran. Zu der feierlichen Grundsteinlegung kamen neben Wirtschaftssenator Martin Günthner und Oberbürgermeister Melf Grantz zahlreiche weitere geladene Gäste zusammen, um dem Bau weiterhin gutes Gelingen zu wünschen. Die Kartusche, die traditionell mit dem Grundstein versenkt wird, wurde mit einer tagesaktuellen Zeitung, Bauplänen, Visitenkarten der Gäste, einem Gruß des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Bernd Neumann, „Glücksmünzen“ und einem Foto der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Deutschen Auswandererhauses gefüllt.
„Der Anbau erweitert das Spektrum des Deutschen Auswandererhauses um eine weitere Erfolgsgeschichte für Bremerhaven und die Region. Nur wer weiter denkt, bleibt vorne mit dabei und kann dauerhaft die hohen Besucherzahlen verfestigen“, erklärte Bremens Wirtschaftssenator Martin Günthner.
Melf Grantz, Oberbürgermeister der Stadt Bremerhaven, sagte: „Die Erweiterung des Deutschen Auswanderhauses ist ein Beleg für den Erfolg der Havenwelten. Das Museum war einer der ersten Bausteine der Tourismusmeile und zieht inzwischen jährlich mehr als 200.000 Besucher in die Seestadt. Der Erweiterungsbau macht das Deutsche Auswandererhaus zukünftig noch interessanter und wird noch mehr Menschen aus dem In- und Ausland auf den Spuren der Auswanderer nach Bremerhaven locken.“
Zusammen mit dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Bernd Neumann, finanziert das Land Bremen den Erweiterungsbau mit jeweils zwei Millionen Euro. Die private Betreibergesellschaft „Paysage House 1 – Gesellschaft für Kultur und Freizeit mbH & Co. KG“ beteiligt sich mit 500.000 Euro. Die Stadt Bremerhaven stellt das Grundstück für den neuen Gebäudekomplex zur Verfügung.
59 Personen aus elf Ländern sind derzeit im Deutschen Auswandererhaus tätig. „Das Gruppenfoto, das wir im Grundstein eingemauert haben, ist ein wunderbares Symbol für das Thema unseres Erweiterungsbaus: Deutschland als Einwanderungsland. Wir leben im Museum jeden Tag als Einwanderungsgesellschaft zusammen – das wollten wir gerne verewigen“, sagte Dr. Simone Eick, Direktorin des Deutschen Auswandererhauses, während der Zeremonie.
Ob Abenteuerlust, Not oder Zwang – schon immer haben Menschen aus ganz unterschiedlichen Gründen ihre Heimat verlassen, um an einem anderen Ort Glück und Auskommen zu finden. Freiwillig oder unfreiwillig. All diesen Personen und Schicksalen widmet sich das Deutsche Auswandererhaus. Derzeit noch mit den Biografien von Auswanderern im 19. und 20. Jahrhundert, ab Frühjahr 2012 mit den Geschichten und Lebenswegen von Einwanderern. „Wir werden mit den Hugenotten, die ab 1685 nach Deutschland zogen, beginnen und persönliche Lebensgeschichten erzählen, die bis in die Gegenwart führen“, erklärt Simone Eick das Konzept. So sollen der Bogen von der Geschichte bis ins Heute gespannt und die unterschiedlichen Seiten der Migration beleuchtet werden.
Das Deutsche Auswandererhaus ist das einzige Migrationsmuseum in Deutschland und zudem das einzige kulturhistorische Museum des Landes, das privatwirtschaftlich betrieben wird.