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Seestadt Bremerhaven
     
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Deutsches Auswandererhaus feiert Richtfest für seinen Erweiterungsbau

07.12.2011

Richtfest für den Erweiterungsbau des Deutschen Auswandererhauses. Von links nach rechts: Senator Martin Günthner, Bürgermeister Michael Teiser, Oberbürgermeister Melf Grantz, Architekt Andreas Heller, Museumsdirektorin Dr. Simone Eick, der Geschäftsführer des Deutschen Auswandererhauses Bernhard Jacobsohn und Bauherr Dr. Alfred Lüneburg, Geschäftsführer der BEAN.
© Deutsches Auswandererhaus, Jan Meier
Vor drei Monaten wurde der Grundstein gelegt, jetzt feierte das Deutsche Auswandererhaus Bremerhaven mit 200 Gästen das Richtfest für seinen Erweiterungsbau, der im Frühjahr kommenden Jahres eröffnet werden soll. Gefeiert wurde mit den Handwerkern, aber auch mit Freunden, Förderern und Unterstützern des Hauses. So nahmen unter anderem Wirtschaftssenator Martin Günthner, Oberbürgermeister Melf Grantz, weitere politische Vertreter von Land und Stadt sowie Vertreter aus Wirtschaft und Kultur an der Zeremonie teil.

„Mit dem Richtfest nimmt diese wichtige Attraktion Bremerhavens ihre nächste Hürde. Wir alle freuen uns auf die baldige Fertigstellung. Mit der Erweiterung um das Thema Einwanderung wird auch ein in Deutschland hochsensibel diskutiertes Thema aufbereitet. Für eine sachliche und zeitgemäße Diskussion kann dies nur positiv sein“, erklärte Bremens Wirtschaftssenator Martin Günthner.

Melf Grantz, Oberbürgermeister der Stadt Bremerhaven, sagte: „Die Erweiterung des Deutschen Auswandererhauses zeigt, wie interessant und vielfältig dieses Thema ist. Die neuen Exponate und die neue Ausstellung werden noch mehr Besucher nach Bremerhaven locken. Damit wird die Erfolgsgeschichte des Deutschen Auswandererhaus und der Havenwelten fortgeschrieben.“

Zusammen mit dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Bernd Neumann, finanziert das Land Bremen den Erweiterungsbau mit jeweils zwei Millionen Euro; die private Betreibergesellschaft „Paysage House 1 – Gesellschaft für Kultur und Freizeit mbH & Co. KG“ beteiligt sich mit 500.000 Euro an dem Bauvorhaben. Die Stadt Bremerhaven stellt das Grundstück für den neuen Gebäudekomplex zur Verfügung.

Als das Deutsche Auswandererhaus im Jahr 2005 eröffnet wurde, war es das erste Erlebnismuseum in Deutschland, das sich der europäischen Auswanderungsgeschichte widmete. Das preisgekrönte Museum hat inzwischen eine einzigartige Sammlung zur Biografie- und Mentalitätsgeschichte der deutschen und europäischen Auswanderung aufgebaut.

Ab Frühjahr 2012 wird das Deutsche Auswandererhaus jedoch nicht mehr nur ein Museum für das Thema Auswanderung sein. Dann nämlich zeigt es auch die Einwanderung nach Deutschland von 1685 bis heute. „Der wesentliche Schwerpunkt liegt dabei weiterhin auf der Biografie- und Mentalitätsgeschichte“, sagte Museumsdirektorin Dr. Simone Eick.

Künftig begleitet der Museumsbesucher zwei Biografien – einen Auswanderer und einen Einwanderer. So begibt er sich beispielsweise zunächst mit dem Schneidergesellen Paul Lemke auf dessen Reise nach Amerika. 1874 wandert dieser aus, um der großen Konkurrenz auf dem heimischen Arbeitsmarkt im brandenburgischen Soldin zu entkommen. Fünf Jahre später reist er weiter nach Hawaii, das seit 1898 zu den USA gehört. Dort werden ihm königliche Ehren zuteil: Paul Lemke wird zum Hofschneider von König Kalakaua ernannt. Heute leben Paul Lemkes Nachfahren in fünfter Generation auf Hawaii, ohne ihre deutschen Verwandten je aus den Augen verloren zu haben.

Für den deutschen Paul Lemke war König Kalakaua in der Neuen Welt ein Glücksfall. Der Hugenotte Philippé Connor fand in der Alten Welt einen königlichen Förderer: den brandenburg-preußischen Kurfürsten Friedrich Wilhelm. In dessen Land floh Connor vor dem katholischen Sonnenkönig Ludwig XIV., der 1685 alle seine protestantischen Untertanen in Frankreich vor die Wahl stellte: Entweder würden sie den katholischen Glauben annehmen oder aber verfolgt, eingesperrt oder gar ermordet werden. 150.000 Hugenotten verließen heimlich das Land. Philippé blieb zunächst in Frankreich, entschied sich später jedoch, nach Berlin zu fliehen, das auch nach dem Tod Friedrich Wilhelms noch Hugenotten aufnahm. Noch heute ist der Französische Dom am Gendarmenmarkt in Berlin ein Zeugnis dieser Ära. Familie Connor lebt inzwischen in der achten Generation in der heutigen Bundeshauptstadt.

Zwei Epochen, zwei Migranten, zwei von über 30 Geschichten, die exemplarisch die wichtigsten Ursachen und Gründe für Migration von und nach Deutschland der vergangenen 300 Jahre aufzeigen. Die einen zieht es weg aus Deutschland, die anderen her. Alle vereint das Deutsche Auswandererhaus künftig unter einem Dach.

Der Erweiterungsbau wird – wie auch das Haupthaus des Deutschen Auswandererhauses – vom Hamburger Planungsbüro Andreas Heller Architects & Designers konzipiert und gestaltet. „In unaufgeregter Weise wird durch den Erweiterungsbau am Deutschen Auswandererhaus das Ensemble aus Aus- und Einwanderungsmuseum zum Migrationsmuseum komplettiert“, sagte Architekt Andreas Heller.

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Originaladresse des Artikels: http://www.bremerhaven.de/meer-erleben/sehenswertes/museen-erlebniswelten/deutsches-auswandererhaus-bremerhaven/deutsches-auswandererhaus-feiert-richtfest-fuer-seinen-erweiterungsbau.43496.html
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