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Das Klimahaus feiert seinen ersten Geburtstag: 800.000 Besucher im ersten Jahr

28.06.2010

Außenansicht Klimahaus
Das Klimahaus Bremerhaven 8° Ost hat im ersten Betriebsjahr ein Drittel mehr Besucher angelockt als erwartet. Zugleich erzielte die weltweit einzigartige Wissens- und Erlebniswelt erhebliche regionalwirtschaftliche Effekte für den Standort Bremerhaven. Diese Erfolgsbilanz haben die privaten Betreiber und die Stadt Bremerhaven, als öffentlicher Investor der Touristenattraktion, zum Jahrestag der offiziellen Eröffnung gezogen.

„Die Reaktionen unserer Besucher zeigen zudem, dass wir das Thema Klimaverantwortung in die Köpfe und die Herzen vieler Menschen gebracht haben“, freut sich Klimahaus-Geschäftsführer Arne Dunker. Mehr als 800 000 Gäste in zwölf Monaten sind für Dunker der Beweis dafür, dass die Konzeption für das Klimahaus aufgegangen ist. „Mit dem Themenkomplex Klima und Klimawandel und der in dieser Form bislang einmaligen Symbiose aus Erlebnis und verständlicher Wissens- und Bewusstseinsvermittlung haben wir ganz offensichtlich einen Nerv getroffen“, ist Dunker überzeugt.

Aus den Erfahrungen mit anderen Touristenattraktionen sowie dem eigenen Universum® Bremen hatten die Klimahaus-Planer Petri&Tiemann (Bremen/Hamburg) mit 600 000 Gästen im ersten Betriebsjahr gerechnet. In den ersten zwölf Monaten haben sich auch die Erwartungen der Stadt Bremerhaven in die öffentlich finanzierte und privat betriebene Freizeitattraktion erfüllt. Dafür sprechen die Daten aus einer Analyse der regionalwirtschaftlichen Aspekte, die die ift Freizeit- und Tourismusberatung GmbH vorgenommen hat. Die Stadt hatte das Projekt angeschoben, um den Tourismus als zusätzliches Wirtschaftsstandbein zu stärken und das Image der Stadt nachhaltig zu verbessern.

Der ift-Studie zufolge hat das Klimahaus zu rund 380 neuen Beschäftigungsverhältnissen in der Stadt geführt, die in der Vergangenheit wiederholt wegen einer hohen Arbeitslosenquote in die Schlagzeilen geraten war. Rund 170 Beschäftigte hat das Klimahaus selbst. Die Bandbreite reicht von der studentischen Hilfskraft über Techniker unterschiedlicher Fachrichtungen bis zu Natur- und Sozialwissenschaftlern. „Darunter sind rund 40 Beschäftigte, die vorher lange Zeit arbeitslos waren und entsprechend schlechte berufliche Perspektiven hatten“, so Dunker. Bis zu 170 weitere Vollzeitstellen entstanden im unmittelbaren Umfeld des Klimahauses, fand ift heraus. Dabei handelt es sich entweder um Arbeitsplätze bei Firmen, mit denen das Klimahaus zusammenarbeitet oder bei Betrieben wie Hotels und Gaststätten, die von den zusätzlichen Besuchern in Bremerhaven profitierten.

Besucherbefragungen zufolge unternehmen rund 77 Prozent der Besucher weitere Aktivitäten in Bremerhaven. Beispielsweise geht jeder Fünfte anschließend in der Stadt einkaufen, 25 Prozent besuchen zudem ein Restaurant. Insgesamt flossen so in den vergangenen 12 Monaten 5,7 Millionen Euro in die Wirtschaft. Das Auftragsvolumen des Klimahauses an Bremerhavener Firmen betrug zusätzlich 3,2 Millionen Euro. „Insgesamt bedeutet das Klimahaus für die Bremerhavener Wirtschaft eine zusätzliche Wertschöpfung von 7,1 Millionen Euro“, sagte ift-Projektleiter Christoph Schrahe.

Allein durch die neuen Arbeitsplätze im Klimahaus und rundherum ergeben sich erhebliche positive fiskalische Effekte für die Kommune, errechnete ift. Allein die Einkünfte der Klimahaus-Beschäftigten schlagen mit 0,5 Millionen Euro Steueraufkommen zu Buche, nimmt man alle Arbeitsplätze zusammen sind es sogar 1,3 Millionen Euro. Von nahezu unschätzbarem Wert ist der Imagegewinn, den die Stadt Bremerhaven seit der Klimahaus-Eröffnung davon getragen hat. In den vergangenen zwölf Monaten veröffentlichten allein die deutschen Printmedien 4561 Artikel über das Klimahaus und die Stadt Bremerhaven. Der von ift für das erste Betriebsjahr ermittelte Medienwert des Klimahauses beträgt 75,4 Millionen Euro. „Nimmt man alle regionalwirtschaftlichen Effekte zusammen und berücksichtigt z.B. auch die Berichterstattung in den elektronischen Medien und im Ausland kommen wir nach nur 12 Monaten auf einen Wert, der den öffentlichen Investitionen in das Klimahaus sehr nahe kommt“, so Dunker.

Binnen weniger Monate sei in der Öffentlichkeit ein positives Bild Bremerhavens entstanden, das viele vor kurzem für undenkbar gehalten hätten. „Dazu kommt ein spürbarer Stimmungswandel in der Stadt“, betonte Dunker. Das Klimahaus ist nicht nur für die Medien Anlass, über Bremerhaven zu berichten, sondern auch der Hauptgrund für die meisten Gäste zum Besuch in der Stadt. Rund 76 Prozent aller Klimahaus-Besucher kamen eigens wegen der Wissens- und Erlebniswelt. Das Kerneinzugsgebiet umfasst knapp drei Stunden Fahrtzeit und reicht von Kassel bis nach Lübeck.

Insgesamt seien die wirtschaftlichen Erwartungen an das Projekt in allen Bereichen übertroffen worden, so Dunker. Er betonte jedoch, dass es ihm und seinen Mitstreitern vor allem um die Schaffung eines neuen Klimabewusstseins ginge. „Ein Projekt wie das Klimahaus darf man ausschließlich nicht mit einem Blick ins Portemonnaie bewerten. Die Sensibilisierung für eine nachhaltige Nutzung der Ressourcen und einen fairen internationalen Lastenausgleich sollen den ökonomischen Effekten nicht nachstehen, unterstrich Dunker, der erst kürzlich mit dem Bremer Klimaschutzpreis 2010 ausgezeichnet worden ist.

Diese besondere Komponente des Klimahauses spiegelt sich auch in den engen Beziehungen wider, die das Team zu den Menschen an den Originalorten der „Reise“ seit den ersten Kontakten während der Vorbereitungsphase pflegt. Im Laufe der Jahre entwickelten sich daraus tiefe Freundschaften beispielsweise zu Vaniah auf Samoa, Ibrahim aus Niger und der Familie Nissen auf der Hallig Langeneß. Das Leben der Menschen und die Themen, die sie beschäftigen, sind nicht nur in der Dauerausstellung aufgearbeitet. Nur fünf Tage nach der verheerenden Tsunami-Katastrophe, die im Herbst Samoa heimsuchte, stellte ein kleines Klimahaus-Team eine Sonderausstellung über die Situation in der Südsee zusammen.

Aktuell thematisiert eine weitere Sonderausstellung den Alltag und die Lebensumstände der Tuareg in Niger, die aktuell von einer Hungerkatastrophe bedroht sind. Die intensive Auseinandersetzung mit dem Leben der Menschen entlang des 8. Längengrades soll aber nicht an den Toren der Wissens- und Erlebniswelt enden. Mit der Deutschen KlimaStiftung hat das Klimahaus zudem eine Institution geschaffen, die sowohl im In- als auch im Ausland aktiv werden soll. Noch in diesem Jahr wird die Stiftung eine Wanderausstellung präsentieren, mit deren Hilfe das Thema Klimawandel und Klimaschutz noch stärker in die Schulen transportiert werden soll. Unterm Strich ist der Erfolg dem Klimahaus-Team Freude und Verpflichtung zugleich. „Die Messlatte für die Folgejahre liegt jetzt sicherlich hoch, aber wir haben eine Menge Ideen – und ,drunter springen’ ist nicht unsere Sportart“, so Dunker.

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Originaladresse des Artikels: http://www.bremerhaven.de/meer-erleben/sehenswertes/museen-erlebniswelten/das-klimahaus-feiert-seinen-ersten-geburtstag-800-000-besucher-im-ersten.29326.html
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