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Besonderer Schatz für das Historische Museum: 3000 Glasplattennegative zur Stadt- und Hafengeschichte

17.11.2010

Die alte Schleuse zum Neuen Hafen, im Hintergrund der Simon-Loschen-Leuchtturm
Das Historische Museum Bremerhaven hat völlig unerwartet eine besonders wertvolle Schenkung erhalten. Die Hafenbetriebsgesellschaft bremenports übergab ein Fotoarchiv zur Hafen- und Stadtgeschichte, das 3000 Glasplattennegative umfasst, an das Museum. Die Aufnahmen aus dem Zeitraum 1900 bis 1930 eröffnen viele neue Einblicke in die Städte Bremerhaven und Geestemünde jener Zeit.

Im Maschinenhaus der Nordschleuse bewahrte bremenports über Jahrzehnte einen wertvollen Schatz zur Hafengeschichte auf. Museumsdirektorin Dr. Anja Benscheidt überblickte bei einem Besichtigungstermin schnell, dass das Archiv mit rund 3000 Glasplattennegativen aus der Zeit um 1900 bis etwa 1930 eine wahre Fundgrube für die Geschichte der beiden Hafenstädte Bremerhaven und Geestemünde darstellt und am besten im Archiv des Historischen Museums aufgehoben wäre. Eine Einigung mit der Geschäftsleitung von bremenports erfolgte postwendend.

Beeindruckt war die Museumsdirektorin nicht nur von den Motiven und der Qualität der Aufnahmen. Alle wichtigen Bauvorhaben in den Häfen wie der Bau der Doppelschleuse, der Nordschleuse oder der beiden Kaiserdocks sind detailliert dokumentiert. Das Aufbewahrungssystem bei bremenports war ebenfalls vorbildlich. Die empfindlichen Glasplatten waren in Spezialschränken untergebracht und durch einen Katalog größtenteils bereits erschlossen. Dadurch erleichtert sich die Arbeit im Museum erheblich. Hier werden die Glasplattennegative zukünftig einzeln verpackt in speziellen, säurefreien Archivboxen lagern. Sie sollen nach und nach digitalisiert und inventarisiert werden.

In dem Bestand von bremenports sind nicht nur Hafenbauprojekte dokumentiert, die Aufnahmen zeigen auch die Arbeit im Hafen, Schuppen und Kräne sowie Hafenpanoramen. Die Darstellungen reichen von Vierschornsteindampfern des Norddeutschen Lloyd im Kaiserhafen über Spezialschiffe der Hafenbauinspektion bis hin zu Frachtsegelschiffen im Handelshafen. Das Löschen der ersten Bananendampfer im Kaiserhafen ist ebenso dokumentiert wie die erste Fischauktion in Halle X.

Viele der bislang größtenteils unveröffentlichten Aufnahmen passen hervorragend in das Konzept eines Bildbands über die beiden Hafenstädte Bremerhaven und Geestemünde, der im Historischen Museum in Arbeit ist und noch vor Weihnachten erscheinen wird.

Vom 11. November an ist die Ausstellung „Historische Hafenmotive aus der Sammlung bremenports“ im Saal des Museums zu sehen. Präsentiert wird eine Auswahl von Fotomotiven aus der umfangreichen Sammlung von Glasplattennegativen.

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