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Devaruci

Devaruci

Sie hat zweifellos die längste Anreise. Und möglicherweise wird der Aufenhalt der „Devaruci“ in Bremerhaven der letzte Besuch in Europa sein. Denn das 1953 bei der Hamburger Stückenwerft gebaute Segelschulschiff der Marine Indonesiens wird möglicherweise außer Dienst gestellt.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge hat sich Lieutenant–Colonel Suharto (Fregattenkapitän) auf den Weg nach Deutschland gemacht. Für ihn ist es das erste Mal in seiner langen Karriere als Marineoffizier, dass er die Devaruci nach Europa führt.
Geboren wurde er 1967 auf Sulawesi, einer der großen Inseln Indonesiens. Stolz berichtet er, dass er schon zu Schulzeiten davon träumte, zur See zu fahren oder Lehrer zu werden. Beides habe ihm die Marine ermöglicht. Nach der dreijährigen Ausbildung an der Marineakademie, begann Suhartos Dienst zunächst bei der Escort Squadron, der östlichen Flotte. Im Jahr 2002 ging der zweite Teil des Berufswunsches in Erfüllung: Er wurde als 1. Flotilla Commander der Kommandeur der Ausbildungsflottille und wenig später Leiter der Kadettenerziehung und Lehrer für die von vielen so gefürchtete Astronavigation.
Zum 32. Kommandanten der „Devaruci“ wurde Suharto la Djide am 9. Juni 2009 befördert. Nach einigen kürzeren Törns begann am 12. März 2010 die letzte Reise der Devaruci nach Europa, die für die 81 Mann der Stammcrew erst am 24. November zu Ende gehen wird. Für die 79 Kadetten begann die anstrengende Zeit an Bord erst am 23. Juni in Málaga (Spanien). Viele sieht man bereits um 5.30 Uhr im Hafengelände beim Sport. Offiziell beginnt der Dienst um acht und endet gegen 16.00 Uhr. In dieser Zeit muss die Theorie, Taktik, Wetterkunde, Navigation usw. gepaukt werden. Vor dem Dinner um 18.00 Uhr steht Sport auf dem Programm, danach bis 21.00 Uhr Wahlkurse in traditioneller Musik bzw. Tänze auf dem Programm.
Auf der längsten Auslandsreise ihrer Geschichte besucht der Dreimaster in diesem Jahr 29 Häfen in 21 Ländern. Die 35 großen Auslandsreisen führten u.a. in die USA, Australien, in den asiatischen Teil Russlands sowie dreimal nach Europa (2003, 2005, 2010). Das Nachfolgeschiff soll in Polen gebaut werden. Vorbild ist die Dar Młodziezy, deren Konstrukteur Zygmunt Chorén, auch Indonesiens neues Segelschulschiff entwerfen wird. Auch dieser Rahsegler wird wieder einen traditionellen Namen tragen. Devaruci, der Namensgeber, des bisherigen Segelschulschiffes, ist der Gott der Ehrlichkeit und Tapferkeit – kein schlechter Name für ein Schiff, das mit seiner so überaus höflichen Crew für sein Land und seine Kultur wirbt.

Originaladresse des Artikels: http://www.bremerhaven.de/meer-erleben/sail-bremerhaven/sail-2010/devaruci.30512.html
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