Colin Archer konstruierte 1909 ein sehr schweres und gedecktes Boot um die 14,00 Meter Länge mit einer Breite von knapp 5,00 Metern und einem Tiefgang von 2,30 Metern. Mit diesen Rettungsbooten, die bald überall an Norwegens Küsten eingesetzt wurden, gelangen spektakuläre Rettungsaktionen.
Und so wurde auch die „Vestby“ (altnordisch für „Ort im Westen“) in den Jahren 1919–1920 in Südnorwegen als Frachtsegler ohne Motor gebaut. 1951 wurde „Vestby“ zum Küstenmotorschiff umgebaut. Dabei erhielt die „Vestby“ einen 2 Zylinder-Glühkopfmotor mit 38 PS, ein Steuerhaus auf dem Achterschiff und einen Mast mit Ladebaum. Die ursprünglichen Masten und die Takelage wurden abgebaut. „Vestby“ transportierte Baumaterial an der Küste Norwegens, zum Beispiel von Stavanger nach Haugesund.
Der jetzige Eigner Harald Bieling kaufte das Schiff 1980 in Kopervik/Norwegen. 1982 wollte er die „alte Dame“ nach Deutschland überführen, doch der Dieselmotor hielt nicht durch und so blieb das Schiff auf halber Strecke in Hadsund/Dänemark, bis der neue 2-Takt Modag-Diesel eingebaut war.
Der Umbau von 1951 wurde rückgängig gemacht: Das hohe Brückenhaus verschwand ebenso wie der Mast mit Ladebaum und wurde nach historischem Vorbild durch zwei Segelmasten ersetzt. Zur Runderneuerung gehörten umfangreiche Restaurierungs- und Reparaturarbeiten an Deck und am Rumpf. Dabei orientierte sich Harald Bieling an alten Plänen, damit aus „Vestby“ ein originalgetreuer Oldtimer wurde.
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